Was Ihnen das Umlaufvermögen über Ihre Liquidität verrät


Vermögensgegenstände, die nicht dazu bestimmt sind, dauernd dem Geschäftsbetrieb zu dienen, gehören zum Umlaufvermögen. Es handelt sich dabei um eine Bilanzposition, die auf der Aktivseite der Bilanz ausgewiesen wird. Das Umlaufvermögen ist leider nicht gerade in aller Munde ist. Dabei handelt es sich doch um eine betriebswirtschaftlich relevante Kennzahl, die Ihnen viel über Ihre Zahlungsfähigkeit, also Ihre Liquidität, verraten kann. Außerdem dient sie als Grundlage, um weitere wichtige Kennzahlen zu errechnen.
Umlaufvermögen - Definition
Was ist Umlaufvermögen einfach erklärt?
Beim Umlaufvermögen handelt es sich um eine betriebswirtschaftliche Kennzahl, die auf der Seite der Aktiva in Ihrer Unternehmensbilanz zu finden ist. Der Begriff fasst alle Vermögensgegenstände zusammen, welche eher kurzfristig, also in unter einem Jahr, verwendet werden. Wenn Sie also öfter Schwierigkeiten mit Liquiditätsengpässen hatten oder eine solche Situation um jeden Preis vermeiden wollen, lohnt es sich für Sie, dieser Kennzahl mehr Beachtung zu schenken.
Umlaufvermögen: Englischer Begriff
Haben Sie auch mit internationalen Kund:innen zu tun oder genießen es, englischsprachige Fachliteratur zu lesen? Dann wird es Ihnen helfen, den gängigen englischen Begriff für das Umlaufvermögen zu kennen, der Current-Assets lautet.
Umlaufvermögen vs. Anlagevermögen
Betriebliche Zweckbestimmung
Sowohl das Umlaufvermögen als auch das Anlagevermögen gehören zum Gesamtvermögen eines Unternehmens. Doch im Unterschied zum Umlaufvermögen verbleibt das Anlagevermögen langfristig im Unternehmen. Anlagevermögen und Umlaufvermögen unterscheiden sich also in der Art und Weise, wie sie eingesetzt werden. Entscheidend ist demnach die betriebliche Zweckbestimmung.
Beim Umlaufvermögen ist immer Bewegung im Spiel. Es wird genutzt, um ausstehende, kurzfristige Verbindlichkeiten zu decken. Das Anlagevermögen hingegen ist etwas, das man langfristig im Unternehmen nutzen möchte.
👉 Beispiel: Eine Immobilie ist typischerweise als Anlagevermögen zu behandeln. Anders sieht es aus, wenn das Unternehmen einen gewerblichen Immobilienhandel betreibt. Dann ist vorgesehen, dass eine Immobilie nur kurz im Unternehmen verbleibt und weiter veräußert wird.
Anlage- oder Umlaufvermögen? Planmäßige Abschreibungen
Die klare Abgrenzung von Anlage- und Umlaufvermögen ist wichtig. Für Umlaufvermögen wird beispielsweise regelmäßig keine planmäßige Abschreibung vorgenommen. Beim Anlagevermögen werden Abschreibungen planmäßig gebucht.
Typische Beispiele für Umlaufvermögen: Vorräte, Forderungen, Wertpapiere, Kasse und Bankguthaben
Was gehört zum Umlaufvermögen?
Im Bilanzgliederungsschema nach § 266 Handelsgesetzbuch werden folgende Positionen aufgeführt:
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Vorräte: Dazu zählen Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen sowie fertige Erzeugnisse und Waren und geleistete Anzahlungen.
