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Was Ihnen das Umlaufvermögen über Ihre Liquidität verrät

Lesezeit: 4 Min
Der Unterschied zwischen Anlagevermögen und Umlaufvermögen liegt in der Art und Weise, wie sie eingesetzt werden.

Das Umlaufvermögen ist eine Kennzahl, die leider nicht gerade in aller Munde ist. Ist sie doch eine betriebswirtschaftlich relevante Kennzahl, die Ihnen viel über Ihre Zahlungsfähigkeit, also Ihre Liquidität, verraten kann. Sie taucht außerdem in Ihrer Bilanz auf und dient als Grundlage, um weitere wichtige Kennzahlen zu errechnen.

Umlaufvermögen - Definition

Beim Umlaufvermögen handelt es sich um eine betriebswirtschaftliche Kennzahl, die auf der Seite der Aktiva in Ihrer Unternehmensbilanz zu finden ist. Der Begriff fasst alle Vermögensgegenstände zusammen, welche eher kurzfristig, also in unter einem Jahr, verwendet werden. Wenn Sie also öfter Schwierigkeiten mit Liquiditätsengpässen hatten oder eine solche Situation um jeden Preis vermeiden wollen, lohnt es sich für Sie, dieser Kennzahl mehr Beachtung zu schenken.

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Umlaufvermögen vs. Anlagevermögen

Der Unterschied zwischen Anlagevermögen und Umlaufvermögen liegt in der Art und Weise, wie sie eingesetzt werden. Bei dem Umlaufvermögen ist immer Bewegung im Spiel. Es wird genutzt, um ausstehende, kurzfristige Verbindlichkeiten zu decken. Das Anlagevermögen hingegen ist etwas, das man weiterhin nutzen möchte. Zum Beispiel hat man zuvor in sein Anlagevermögen investiert.

Haben Sie auch mit internationalen Kund:innen zu tun oder genießen es, englischsprachige Fachliteratur zu lesen? Dann wird es Ihnen helfen, den gängigen englischen Begriff für das Umlaufvermögen zu kennen, der Current-Assets lautet.

Umlaufvermögen - wo steht es in der Bilanz?

Wo das Umlaufvermögen in der Bilanz Ihres Unternehmens auftauchen sollte, ist gesetzlich festgelegt. In Paragraf 266 des Handelsgesetzbuchs (§ 266, HGB) ist festgehalten, dass es stets auf der linken Seite Ihrer Bilanz, also auf der Seite der Aktiva, notiert werden muss. Auf diese Weise können Sie eine genaue Bilanzanalyse vornehmen. Posten, die als Umlaufvermögen zählen, sind zum Beispiel:

Liquide Mittel

Hierzu zählen: Guthaben bei Kreditinstituten, Kassenbestand des Unternehmens, Schecks, Bundesbankguthaben.

Vorräte

Hierzu zählen: unfertige Produkte und Erzeugnisse, fertige Erzeugnisse und Waren, Rohstoffe, Hilfsstoffe, Betriebsstoffe, Anzahlungen.

Wertpapiere

Hierzu zählen: eigene Anteile, Anteile an verbundenen Unternehmen, sonstige Wertpapiere.

Forderungen

Hierzu zählen: offene Forderungen aus Leistungen und Lieferungen, Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen, Forderungen gegenüber Unternehmen im Beteiligungsverhältnis.

Sonstige Vermögensgegenstände

Wofür ist das Umlaufvermögen wichtig?

Das Umlaufvermögen ist - wie Sie bereits wissen - das Vermögen, das Ihr Unternehmen kurzfristig nutzen kann. Wenn Sie nun wissen, wie hoch dieses in Ihrem Unternehmen ist, können Sie die Produktion und Erstellung akkurater planen. Denn auch Rohstoffe und Hilfsstoffe gehören zum Umlaufvermögen und dürfen aus diesem Grund niemals in Ihrer Bilanz auf der Seite der Aktiva fehlen.

Umlaufvermögen in der Bilanz

Haben Sie nun alle Posten parat, die zu Ihrem Umlaufvermögen gehören, können Sie sie nutzen, um im Rahmen Ihrer Bilanzanalyse weitere betriebswirtschaftliche Kennzahlen zu errechnen. Diese dienen in erster Linie dazu, einschätzen zu können, wie viel gebundenes Kapital Sie haben. Wenn Sie dies wissen, können Sie sich entweder beruhigt zurücklehnen oder Sie können versuchen, eine gute Balance wiederherzustellen.

Kennzahlen berechnen

Die wichtigsten Kennzahlen, die Sie mithilfe des Umlaufvermögens berechnen können, sind die Vermögensintensität, Umlaufintensität und das Betriebskapital. Im Folgenden beschäftigen wir uns damit, welche Aussagekraft diese haben und wie man sie berechnet:

Vermögensintensität

Die Vermögensintensität bezeichnet die Relation von Ihrem Anlagevermögen zu Ihrem Umlaufvermögen. Was für ein Ergebnis Sie bei Ihrer Rechnung erhalten, hängt stark davon ab, in welcher Branche Ihr Unternehmen tätig ist. Wenn Ihr Unternehmen ein Produktionsbetrieb ist, dann haben Sie wahrscheinlich mehr Anlagevermögen. Im Handel oder auch bei Dienstleistungen ist das Umlaufvermögen oft höher.

Ein hoher Wert bei der Berechnung der Vermögensintensität bedeutet grundsätzlich weniger Liquidität. In einem solchen Fall ist viel Kapital im Anlagevermögen gebunden. Die benötigte Formel lautet:

*Vermögensintensität = Anlagevermögen / Umlaufvermögen *

Umlaufintensität

Für die Berechnung der Umlaufintensität setzen Sie das Umlaufvermögen dem Gesamtvermögen gegenüber. Sie erfahren dann also, wie hoch der Anteil Ihres Umlaufvermögens am Gesamtvermögen ist.

Eine hohe Umlaufintensität ist gleichzusetzen mit geringer Kapitalbindung und damit einhergehend auch mit höherer Flexibilität.

Ihre Werte setzen Sie zur Berechnung in diese Formel ein:

Umlaufintensität = Umlaufvermögen / Gesamtvermögen

Betriebskapital (Working-Capital)

Wenn Sie die Höhe Ihres Betriebskapitals kennen, wissen Sie, wie Unternehmensschulden bzw. kurzfristige Verbindlichkeiten in Ihrem Unternehmen finanziert werden. Hierfür wird die Summe der kurzfristigen Verbindlichkeiten vom Umlaufvermögen abgezogen.

Erhalten Sie bei Ihrer Berechnung ein positives Ergebnis, werden in Ihrem Unternehmen die kurzfristigen Verbindlichkeiten nicht ausschließlich über das Umlaufvermögen finanziert, sondern auch über das Anlagevermögen. Für die meisten Unternehmen ist dies ein gutes Verfahren.

Betriebskapital = Umlaufvermögen - kurzfristige Verbindlichkeiten

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Fazit: Das Umlaufvermögen ist ein Lebensretter

Es wichtig zu wissen, was das Umlaufvermögen ist und wo es in der Bilanz notiert wird. Wenn Sie wissen, über wie viel Umlaufvermögen Sie verfügen, wissen Sie somit auch, wie viel Kapital Sie zur Deckung kurzfristiger Verbindlichkeiten</aY haben. Kennzahlen, die Sie im Rahmen Ihrer Bilanzanalyse mithilfe des Umlaufvermögens berechnen können, sind die Vermögensintensität, die Umlaufintensität und das Betriebskapital Ihres Unternehmens.

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