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Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in der Bilanz einfach erklärt

Lesezeit: 4 Min
Welchen Platz haben Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in der Bilanz?

Sie müssen passen, wenn Sie gefragt werden, wo in der Bilanz Ihres Unternehmens die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stehen? Kein Drama! Hier erfahren Sie, was Forderungen aus Lieferungen und Leistungen überhaupt sind, welchen Platz sie in der Bilanz haben, warum deren Erfassung wichtig ist und welche Kategorien sich eignen, um eine Bewertung vorzunehmen.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen - was ist das?

Bei Forderungen aus Lieferung und Leistungen handelt es sich zunächst einmal einfach um Vermögenswerte. Diese entstehen durch den Verkauf von Service oder Waren. Ihr:e Kund:in hat diese jedoch noch nicht beglichen. Ihrerseits wurde die vereinbarte Leistung also bereits erbracht, die Gegenleistung steht noch aus.

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Ihre Mitarbeiter:innen in der Buchhaltung kennen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen als Ansprüche gegenüber Dritten, in diesem Fall Ihren Kund:innen.

Abkürzung: Wenn Sie sich in das Thema einlesen, werden Sie hier und da auf die Abkürzung für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen FLL stoßen. Im weiteren Verlauf des Artikels wird diese ebenfalls verwendet, um das Lesen angenehmer zu machen.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in der Bilanz

In der Bilanz hält jedes Unternehmen seine Abgänge, Zugänge und auch Wertminderungen von Forderungen fest. Zugänge sind gestellte Forderungen. Bei Abgängen handelt es sich um Forderungen, die zuverlässig erfüllt worden sind. Eine Wertminderung entsteht in dem Fall, wenn eine Forderung gar nicht oder nur in Teilen beglichen wird. Dies geschieht zum Beispiel, wenn Ihr:e Kund:in insolvent gegangen und damit zahlungsunfähig ist.

Im Fall einer Insolvenz ist es auch möglich, dass eine FLL für mehrere Jahre in Ihrer Bilanz auftaucht. In diesem Fall muss geklärt werden, wer die ausstehenden Kosten trägt.

Wie Sie wissen, hat jeder Posten einen festen Platz in der Auflistung Ihrer Unternehmensbilanz. Aber wo stehen nun die FLL? Da es sich bei diesem Posten um einen Vermögenswert handelt, der dem Unternehmen noch zusteht, erscheint er in der Unternehmensbilanz auf der Seite der Aktiva.

Beispiel für Forderungen aus Lieferung und Leistung

Angenommen die Mustermann GmbH ist ein Unternehmen, das Fahrradteile und Fahrräder herstellt. Eine Firma in der Region möchte ihren Mitarbeiter:innen Dienstfahrräder zur Verfügung stellen, um ein gesundheitsförderliches Angebot zu machen. Beide Seiten werden sich einig und die Mustermann GmbH erfüllt ihren Teil der Vereinbarung, indem sie 200 Fahrräder liefert. Anschließend versendet sie die Rechnung an die Firma.

Die Forderung wird in der Bilanzierung der Mustermann GmbH unter Umlaufvermögen auf der Seite der Aktiva als FLL notiert. Denn sie hat ihren Teil der Vereinbarung erfüllt. Die Forderung, in diesem Fall das Begleichen der Rechnung, steht noch aus.

Warum ist die Erfassung von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wichtig?

In den meisten Unternehmen wird ein großer Teil der Umsätze aus Verkäufen generiert. Somit ist dies auch der Weg, auf dem Firmen Gewinn erzielen können. Deshalb ist es sehr wichtig, nicht nur die direkten Einnahmen, sondern auch die FLL in die Bilanz mit einzubeziehen. Wenn Sie diese außen vor ließen, würde der Wert, den Sie in einem bestimmten Zeitraum erwirtschaften, nicht akkurat dargestellt. Sie hätten in diesem Fall keine gute Grundlage, um den Stand Ihres Unternehmens zu bewerten und womöglich wichtige Entscheidungen zu treffen.

Wie bewertet man Forderungen aus Lieferungen und Leistungen?

Sie kennen es sicher: Am Ende jedes Geschäftsjahres werden alle FLL bewertet. Aber wie genau funktioniert das? Um die FLL gruppieren zu können, werden sie nach dem Bonitätsprinzip folgenden Kategorien zugeordnet:

Einwandfreie Forderungen:

Bei den einwandfreien Forderungen rechnet man damit, dass sie vollständig beglichen werden. Aus diesem Grund werden sie mit dem vollen Bruttobetrag notiert.

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Zweifelhafte Forderungen:

Die zweifelhaften Forderungen bringen Ungewissheiten mit sich. Ob die Zahlung bis zum Jahresende eingehen wird, ist nicht sicher. Der:Die Schuldner:in ist möglicherweise insolvent gegangen oder es bestehen andere Gründe dafür, dass eine Rechnung trotz wiederholter Mahnung nicht beglichen wird. Damit Sie als Unternehmen dennoch einen guten Überblick behalten können, werden die zweifelhaften Forderungen auf ein separates Konto gebucht.

Uneinbringliche Forderungen

Wenn Sie am Ende des Geschäftsjahres davon ausgehen, dass eine zweifelhafte Forderung auch in Zukunft nicht gezahlt wird, wird sie als uneinbringliche Forderung bezeichnet. Diese können komplett abgeschrieben werden. Die Umsatzsteuer kann jedoch im Kontext einer Umsatzsteuerkorrektur vom Finanzamt zurückgefordert werden.

Fazit: Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind leicht zu erkennen

Was Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betrifft, sind Sie nun bestens im Bilde. Sie wissen, was sich hinter dem Begriff verbirgt, wo Sie die entsprechenden Zahlen in Ihrer Unternehmensbilanz finden und anhand welcher Kategorien Sie sie bewerten bzw. gruppieren können.

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