61% der Unternehmen kämpfen mit Liquiditätsengpässen Studie

5 Tipps, um den Liquiditätsengpass durch Lieferengpässe zu vermeiden

Lesezeit: 5 Min
Wie kann man schon vorab handeln, um den Liquiditätsengpass zu vermeiden?

Erst die Corona-Krise, dann der Krieg in der Ukraine: Die Folgen für die Weltwirtschaft sind dramatisch und noch ist nicht abzusehen, wann sich die Lage entspannen wird. Laut einer aktuellen IFO-Studie müssen Unternehmen noch mindestens bis ins Jahr 2023 hinein mit Lieferengpässen und volatilen Rohstoffpreisen rechnen. Das stellt Finanzverantwortliche vor große Herausforderungen in Sachen Cashflow-Forecasting. Wie kann man aber schon vorab handeln, um den Liquiditätsengpass zu vermeiden? Hier sind 5 schnelle Tipps.

Der beste Tipp: Liquiditätsengpass vermeiden durch die Multiple-Szenarien-Methode

Besonders in turbulenten Zeiten wie diesen ist eine akkurate Planung wichtig, denn sie kann ein Frühwarnsystem für einen Liquiditätsengpass sein. Deshalb sollten Finanzverantwortliche nicht nur ein Hauptszenario für ihre Liquiditätsplanung erstellen, sondern auch einige Nebenszenarien, in denen sie die Auswirkungen von Lieferengpässen, steigenden Rohstoffpreisen, etc. simulieren.

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Die Szenarienplanung verschafft einen Überblick über den finanziellen Handlungsspielraum im Ernstfall und kann Verantwortliche schon vor Eintreten des Worst Case dazu animieren, Vorkehrungen zu treffen.

Mit den richtigen Hilfsmitteln lässt sich ein Liquiditätsengpass zwar nicht immer vermeiden, aber oft in seiner Auswirkung abschwächen. Und schon allein das kann den Unterschied ausmachen, ob ein Unternehmen fortbesteht oder nicht. Nehmen Sie die Liquiditätsplanung deswegen ernst, denn wenn es um die Vermeidung von Liquiditätsengpässen geht, haben Sie mehr Kontrolle als Sie vielleicht denken.

Kurzfristig umsetzbare Tipps zur Entschärfung von Liquiditätsengpässen

Liquiditätsengpässe lassen sich zwar nicht immer vermeiden, aber wenn man sie frühzeitig vorhersieht, kann man sich auf sie vorbereiten und den Schaden eindämmen. Wenn Sie einen Liquiditätsengpass vorhersehen (ganz gleich, ob dieser durch Lieferprobleme verursacht wird oder nicht), gilt es die vorhandene Liquidität so gut wie möglich zu schonen.

1. Zahlungsziele anpassen

Wenn Sie Ihren Kunden bisher großzügige Zahlungsziele eingeräumt haben, verkürzen Sie diese, damit Ihre Forderungen weniger lange offen sind. Je schneller Sie Ihr Geld bekommen, desto besser – insbesondere, wenn ein Liquiditätsengpass droht.

Auf der anderen Seite schauen Sie, dass Sie die Zahlungsziele Ihrer Verbindlichkeiten so lange wie möglich nach hinten schieben können. Dies ist nicht immer möglich, da zum Beispiel Ihre Lieferanten auch schneller ihr Geld erhalten möchten. Loten Sie trotzdem alle Ihre Möglichkeiten aus und versuchen Sie, Ihre Rechnungen zum spätesten möglichen Zeitpunkt zu begleichen.

2. Rücklagen bilden

Bilden Sie Rücklagen, von denen Sie im Falle eines Liquiditäts- oder Lieferengpasses zehren können. Die Fixkosten müssen auch bei Produktionsstillstand gedeckt werden können. Haben Sie sich für diesen Fall (Produktionsstillstand) ein Liquiditätsszenario erstellt, erkennen Sie, wann Ihre Liquidität knapp werden wird. Bestenfalls sorgen Sie schon in guten Zeiten vor und bauen sich ein Polster auf.

3. Investitionen verschieben

Haben Sie eine größere Investition getätigt und dafür möglicherweise sogar einen Kredit aufgenommen, kann es bei einem Lieferengpass schnell brenzlig werden. Indem Sie Ihre Liquidität jedoch akkurat vorausplanen, können Sie für einen solchen Fall im Voraus abschätzen, wann Ihre Mittel zur Neige gehen und die Investition noch rechtzeitig verschieben.

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4. Einkauf und Beschaffung optimieren

Analysieren Sie Ihre Supply Chain und optimieren Sie die Beschaffung. Es ist sinnvoll, mehrere Lieferanten zu haben, anstatt sämtliche Materialien nur aus einer Quelle zu beziehen. Geht der einzige Lieferant pleite, kann dies verheerende Folgen haben.

Indem Sie Ihren Einkauf und den Beschaffungsprozess optimieren, können Sie zielgerichteter einkaufen. Durch die Analyse des Rohstoffmarktes und die Beobachtung der globalen Entwicklungen lässt sich manchmal schon abschätzen, ob es bald zu einem Engpass kommen könnte. Dann können Sie möglicherweise noch eine Bestellung tätigen, bevor die Lager wieder leergefegt sind oder die Preise stark angezogen haben.

5. Lieferengpässe als Chance sehen

Die momentan turbulenten Zeiten können Sie auch als Chance betrachten, um die Prozesse in Ihrem Unternehmen zu verbessern. Wenn Sie die Produktionsprozesse beispielsweise näher unter die Lupe nehmen, können Sie vielleicht Einsparpotenzial bei den Materialien identifizieren. Können Prozessschritte geändert werden, damit weniger Material verbraucht wird? Können weniger nachgefragte Materialien als Ersatz genutzt werden? Auf diese Weise steigern Sie vielleicht die Effizienz in Ihren Prozessen und machen damit Ihr Unternehmen auf lange Sicht rentabler. Vergessen Sie nicht: Jede Krise bietet auch Chancen zur Erneuerung.

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