Wozu dient die Kapitalkonsolidierung?


Bei der Kapitalkonsolidierung verrechnet man die Anteile des Mutterunternehmens mit dem Eigenkapital der Tochterunternehmen. Das ist notwendig, um nach außen hin in der Konzernbilanz lediglich das bereinigte Eigenkapital darzustellen, da ein Unternehmen nicht sich selbst besitzen kann. Wir zeigen Ihnen hier, wie man dabei vorgeht.
Kapitalkonsolidierung im Konzern
Im Rahmen der Kapitalkonsolidierung werden der Buchwert einer Beteiligung an einem Unternehmen mit dem Anteil des Eigenkapitals des jeweiligen Unternehmens verrechnet.
Hat ein Konzern eine Beteiligung in bestimmter Höhe an seinem Tochterunternehmen, taucht diese Beteiligung in der Bilanz des Konzerns beim Anlagevermögen unter „Beteiligungen“ auf. In der Bilanz des Tochterunternehmens ist die Beteiligung als Eigenkapital ausgewiesen.
Diese beiden Posten müssen nun miteinander verrechnet werden, wenn die konsolidierte Konzernbilanz erstellt wird, denn ein Unternehmen kann nicht sich selbst besitzen. In der konsolidierten Bilanz tauchen daher weder die Beteiligung des Konzerns an der Tochter auf, noch das Eigenkapital des Tochterunternehmens.
Arten der Konsolidierung
Neben der Kapitalkonsolidierung gibt es noch weitere Konsolidierungsarten, die der Konzern vornehmen muss. Dazu gehören:
- Aufwands- und Ertragskonsolidierung: Lieferungen und Leistungen, welche die verbundenen Unternehmen voneinander beziehen, müssen eliminiert werden
- Equity-Konsolidierung: Hält ein Konzern nur zwischen 20% und weniger als 50% Anteile an einem anderen Unternehmen, muss nicht vollkonsolidiert werden, sondern nur eine Kapitalkonsolidierung stattfinden
- Cash-Konsolidierung: Die Liquidität der einzelnen Unternehmen wird auf Konzernebene zusammengeführt, was insbesondere wichtig ist, wenn es einen Cashpool gibt, aus welchem der Konzern seinen Tochterunternehmen liquide Mittel bereitstellt
Kapitalkonsolidierung vs. Schuldenkonsolidierung
Während bei der Kapitalkonsolidierung die Kapitalanteile der verbundenen Unternehmen miteinander verrechnet werden, werden bei der Schuldenkonsolidierung die Schulden, die verbundene Unternehmen untereinander haben, miteinander verrechnet. Hintergrund ist, dass in der Konzernbilanz nur solche Schulden ausgewiesen werden, die Konzernunternehmen an nicht-verbundene, dritte Unternehmen haben.
Kapitalkonsolidierung: Beispiele
Ein Konzern hält einen Anteil von 200.000€ an seinem 100%igen Tochterunternehmen. In der nicht-konsolidierten Konzernbilanz weist er diesen Betrag im Anlagevermögen als „Beteiligung“ aus. Das Tochterunternehmen weist die 200.000€ dagegen in seiner Bilanz als Eigenkapital aus. Die relevanten Bilanzposten sind in der Tabelle dargestellt:
| Mutter | Tochter | |||
|---|---|---|---|---|
| |
Aktiva | Passiva | Aktiva | Passiva |
| Anlagevermögen | ||||
| Beteiligungen | 200.000 € | |||
| Summe | 200.000 € | |||
| Eigenkapital | 200.000 € | |||
| Summe | 200.000 € |
Soll nun eine Konsolidierung erfolgen, müssen beide Posten eliminiert werden:
| Konsolidierung | Konsolidierte Bilanz | |||
|---|---|---|---|---|
| |
Soll | Haben | Aktiva | Passiva |
| Anlagevermögen | --- | |||
| Beteiligungen | 200.000 € | |||
| Summe | 200.000 € | |||
| Eigenkapital | 200.000 € | --- | ||
| Summe | 200.000 € |
Kapitalkonsolidierung mit Neubewertungsmethode: Beispiel
Erwirbt ein Konzern Anteile an einem anderen Unternehmen, erfolgt zunächst eine Neubewertung bzw. Erstkonsolidierung. Gehen wir davon aus, dass ein Konzern eine Beteiligung in Höhe von 80% an einem Unternehmen erwirbt.
Konzern und Tochter weisen folgende Bilanzkennzahlen aus:
| Mutter | Tochter | |||
|---|---|---|---|---|
| |
Aktive | Passiva | Aktiva | Passiva |
| Anlagevermögen | ||||
| Sonstiges Anlagevemrögen | 100.000€ | 200.000€ | ||
| Beteiligungen | 180.000€ | |||
| Summe | 280.000 € | 200.000€ | ||
| Kapital | ||||
| Eigenkapital | 200.000€ | 160.000€ | ||
| Fremdkapital | 80.000€ | 40.000€ | ||
| Summe | 280.000€ | 200.000€ |
Das Tochterunternehmen weist zudem noch stille Reserven im Anlagevermögen sowie stille Lasten im Fremdkapital aus:
- Stille Reserven: 50.000€
- Stille Lasten: 10.000€
Bei der Konsolidierung geht man nun so vor:
- Berechnung des neubewerteten Eigenkapitals
- Berechnung des Minderheitenanteils
- Berechnung des Goodwill
- Aufstellen der konsolidierten Bilanz
Neubewertung des Eigenkapitals
Das neubewertete Eigenkapital ist das komplette Eigenkapital der Tochter unter Berücksichtigung der stillen Reserven und Lasten:
Neubewertetes Eigenkapital = Eigenkapital Tochter + Stille Reserven – Stille Lasten = 160.000€ + 50.000€ - 10.000€ = 200.000€
Minderheitenanteil berechnen
Beim Minderheitenanteil berechnet man den Anteil des Anlagevermögens, welchen andere Gesellschafter am Tochterunternehmen haben, das heißt die übrigen 20%, welche nicht im Besitz des Konzerns sind:
Minderheitenanteil = Minderheitenquote x Neubewertetes Eigenkapital = 0.2 x 200.000€ = 40.000€
Für die Kapitalkonsolidierung den Goodwill berechnen
Der Goodwill ist der Firmenwert des Tochterunternehmens:
Goodwill = Beteiligungswert Mutter + Minderheitenanteil – Neubewertetes Eigenkapital = 180.000€ + 40.000€ - 200.000€ = 20.000€
Konsolidierte Konzernbilanz aufstellen
Mutter Tochter Summenbilanz Konsolidierung Konzernbilanz Goodwill
20.000€ 20.000€ Sonstiges Anlage- vermögen 100.000€ 250.000€ 350.000€
350.000€ Beteiligungen 180.000€
180.000€
Summe 280.000€ 250.000€ 530.000€
370.000€ Eigenkapital 200.000€ 200.000€ 400.000€ 200.000€ 200.000€ Minderheiten-anteile
40.000€ 40.000€ Fremdkapital 80.000€ 50.000€ 130.000€
130.000€ Summe 280.000€ 250.000€ 480.000€
370.000€
Kapitalkonsolidierung & Folgekonsolidierung: Beispiel Bei der Folgekonsolidierung geht man prinzipiell genau so vor wie bei der Erstkonsolidierung: Man löst die stillen Reserven und Lasten der Tochter auf Man bildet die Summenbilanz Man wiederholt die Erstkonsolidierung ohne Berücksichtigung des Jahresüberschusses Man berechnet den Goodwill Man berechnet die Folgekonsolidierung, indem man den Goodwill sowie die aufgelösten stillen Reserven auf die Laufzeit der Vermögensgegenstände verteilt Aufstellen der Konzernbilanz Mutter und Tochter weisen im zweiten Geschäftsjahr folgende Kennzahlen auf:
Mutter Tochter Summenbilanz
Aktiva Passiva Aktiva Passiva Aktiva Passiva Anlagevermögen
Sonstiges Anlagevermögen 120.000€
130.000€
250.000€
Beteiligungen 180.000€
180.000€
Kapital
Gezeichnetes Kapital
280.000€
90.000€
370.000€ Stille Reserven
30.000€
30.000€ Jahresüberschuss
20.000€
10.000€
30.000€ Summe 300.000€ 300.000€ 130.000€ 130.000€ 430.000€ 430.000€
Die Vermögengegenstände werden über zwei Jahre genutzt und der Firmenwert über 5 Jahre abgeschrieben. Genau wie bei der Erstkonsolidierung verrechnet man den Anteil der Mutter an der Tochter mit dem Eigenkapital der Tochter. Zuerst berechnet man den neuen Firmenwert der Tochter: Goodwill = 90.000€ - 30.000€ = 60.000€ Dieser Wert wird über fünf Jahre abgeschrieben: Abschreibung Goodwill = 60.000€ / 5 = 12.000€ Die stillen Reserven müssen nun aufgelöst werden. Da die Nutzungsdauer für die Vermögensgegenstände zwei Jahre beträgt, verteilt man die stillen Reserven auf zwei Jahre: Auflösung stille Reserven = 30.000€ / 2 = 15.000€ Damit ergibt sich im Rahmen der Kapitalkonsolidierung ein konsolidierter Jahresüberschuss von: Konsolidierter Jahresüberschuss = 12.000€ + 15.000€ = 27.000€ Eingetragen in einer Tabelle sehen die Zusammenhänge so aus:
Summenbilanz Konsolidierung Konsolidierte Konzernbilanz
Aktiva Passiva Soll Haben Aktiva Passiva Goodwill
60.000€ 12.000€ 48.000€
Sonstiges Anlagevermögen 250.000€
15.000€ 235.000€
Beteiligungen 180.000€
180.000€
Kapital
Gezeichnetes Kapital
370.000€ 90.000€
280.000€ Stille Reserven
30.000€ 30.000€
Jahresüberschuss
30.000€ 27.000€
3.000€ Summe 430.000€ 430.000€ 207.000€ 207.000€ 283.000€ 283.000€
Kapitalkonsolidierung: Buchungssätze Um die Vorgänge in der Kapitalkonsolidierung in den obigen Beispielen zu buchen, bedient man sich an verschiedenen Buchungssätzen, zum Beispiel: Firmenwert 60.000€ an Anteile 180.000€ Jahresüberschuss 27.000€ an Vermögensgegenstände 15.000€
Die Betriebskosten im Unternehmen sind abhängig von der Branche und Größe des Unternehmens. Wir zeigen Ihnen hier, was alles zu den Betriebskosten gehört, welche man von der Steuer absetzen kann und wie sie sich senken lassen.
Betriebskosten im Unternehmen: Definition
Die Betriebskosten im Unternehmen sind nicht immer eindeutig definiert. Grundsätzlich handelt es sich dabei um die Kosten, die man aufwenden muss, um Umsätze zu erwirtschaften. Sie stellen also operative Kosten dar, die sich wiederum aus Fixkosten und variablen Kosten zusammensetzen.
Manche Unternehmen fassen jedoch unter den Betriebskosten nur die Fixkosten zusammen, also jenen Kostenanteil, der unabhängig von der Ausbringungsmenge ist. Wichtig ist letztendlich nur, dass alle, die im Unternehmen mit Kosten zu tun haben, dieselbe Definition von Betriebskosten haben, damit keine Missverständnisse oder Fehlkalkulationen entstehen.
Betriebskosten im Unternehmen: Übersicht & Beispiele
Folgende Liste gibt einen Überblick über die Betriebskosten in einem Unternehmen:
Fixe Betriebskosten • Personalgehälter und Löhne • Miete für Gebäude, Maschinen und Fahrzeuge • Zinszahlungen (z.B. zum Tilgen von Krediten) • Versicherungen • Allgemeine Betriebskosten: Heizung, Strom, Wasser, Müllabfuhr
Variable Betriebskosten • Materialkosten (z.B. für Rohstoffe) • Energiekosten für Produktion (abhängig von der Menge an hergestellten Produkten, wenn die Maschinen z.B. auch über Nacht laufen müssen, um einer hohen Nachfrage nachzukommen) • Löhne für Akkordarbeit • Transport- und Verpackungskosten für die ausgelieferten Produkte
Wie lassen sich die Betriebskosten im Unternehmen ermitteln?
Zur Ermittlung der Betriebskosten ist es zunächst notwendig, diese einheitlich zu definieren. Je nachdem, ob man darunter sowohl die fixen, als auch die variablen Kosten oder nur die Fixkosten zusammenfasst, werden sie auf verschiedene Weise ermittelt.
Zählt man zu den Betriebskosten sämtliche fixen und variablen Kosten, addiert man sämtliche Kostenpunkte aus diesen Kategorien:
Gesamte Betriebskosten = Fixkosten + variable Kosten
Betriebskosten lassen sich auch nur für verschiedene Teilbereiche im Unternehmen berechnen, zum Beispiel für die Fertigung. Dann werden nur die Fixkosten und die variablen Kosten, die im Produktionsbereich anfallen, berücksichtigt.
Betriebskosten in der Bilanz
Die Betriebskosten werden in der Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) erfasst. Nutzt man bei der Erstellung der GuV das Gesamtkostenverfahren, teilt man die Betriebskosten in Material- und Personalaufwand, sowie in Abschreibungen und sonstige betriebliche Aufwendungen ein.
Nutzt man das Umsatzkostenverfahren werden die Kosten nach Kostenstellen aufgeteilt. Hierbei kommt der Betriebsabrechnungsbogen zum Einsatz, damit sämtliche Kosten verursachergerecht auf die einzelnen Kostenträger umgelegt werden können.
Kann man die Betriebskosten im Unternehmen absetzen von der Steuer?
Während man im Controlling von Betriebskosten spricht, spricht man im Steuerrecht von Betriebsausgaben. Das Einkommensteuergesetz (EstG) definiert sie so: „Betriebsausgaben sind alle Aufwendungen, die durch den Betrieb veranlasst sind.“
Das lässt den Schluss zu, dass alle Betriebskosten als Betriebsausgaben von der Steuer abgesetzt werden können. Dem ist auch tatsächlich so, doch es gibt einige Ausnahmen. Nicht abziehbar sind folgende Ausgaben:
• Bewirtungskosten sind nur zu 70% abziehbar • Aufwendungen für Geschenke an Geschäftspartner dürfen nicht abgezogen werden, wenn sie den Wert von 35 Euro übersteigen • Nebenkosten für das Home Office dürfen nur in begrenztem Umfang abgezogen werden
Uneingeschränkt abziehbar sind dagegen folgende Kosten: • Personalkosten • Miete für Geschäftsräume • Versicherungen • Betriebliche Steuern • Kosten für Reparaturen und Instandhaltung der Geschäftsräume und Betriebsmittel
Wie lassen sich die Betriebskosten im Unternehmen senken?
Da es sehr viele verschiedene Betriebskosten gibt, gibt es auch sehr viele verschiedene Möglichkeiten, wie man diese senken kann. Je nachdem, in welchem Bereich man sehr hohe Kostenpunkte identifiziert, kann man sich Gedanken über Sparmaßnahmen machen – falls diese sinnvoll sind.
Energiekosten sparen
Was sehr banal klingt, kann sehr effektiv sein: Wer Strom und Wasser spart, und Heizung und Klimaanlage nicht unnötigerweise über Nacht laufen lässt, spart auf Dauer Kosten. Diese mögen nicht besonders hoch sein, wenn man sie für einen Monat betrachtet, doch Kleinvieh macht bekanntlich auch Mist, sodass über das Jahr betrachtet eine schöne Summe gespart werden kann.
Arbeitsprozesse digitalisieren und automatisieren
Die Digitalisierung hilft beim Verschlanken von Arbeitsprozessen. Das muss nicht einmal das Anschaffen modernster Produktionsmaschinen sein, sondern kann durchaus schon im Kleinen große Vorteile bringen.
Im Verwaltungs- und Finanzbereich kann beispielsweise moderne Software eingesetzt werden, die viele Routineprozesse automatisch erledigt. Das spart Mitarbeiter:innen Zeit, sodass die Effizienz steigt, weil sie sich auf andere, wichtigere Aufgaben konzentrieren können. Personalkosten können dadurch eventuell auch eingespart werden, weil weniger Angestellte im administrativen Bereich benötigt werden.
Materialkosten senken
Zum Senken der Materialkosten haben Betriebe auch mehrere Möglichkeiten. Sie können günstiger einkaufen oder ihre Einkaufsstrategie anpassen, sodass gleichzeitig auch ihre Lagerhaltung optimiert wird, z.B. mit Hilfe von Just-in-Time-Beschaffung.
Durch das Sparen von Druckerpapier und Toner-Patronen kann ebenfalls über lange Sicht Verbrauchsmaterial eingespart werden.
Lagerhaltung optimieren
Unternehmen, die ein großes Lager haben, haben dadurch auch hohe Lagerkosten. Wer viel Material auf einmal beschafft, muss größere Summen vorfinanzieren, was die Liquidität belastet.
Das Prüfen der Beschaffungsstrategie ist in solchen Fällen sinnvoll. Vielleicht kann mit dem Lieferanten eine kleinere Abnahmemenge vereinbart werden und dafür kürzere Lieferintervalle. Die monatlichen Betriebskosten im Unternehmen lassen sich dadurch in kleineren „Häppchen“ auf das ganze Jahr verteilen, wodurch die monatliche Liquidität geschont wird.




