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Wie das Investitionscontrolling Ihrem Unternehmen unter die Arme greift

Lesezeit: 5 min
Da Unternehmen für Investitionen große Summen bewegen müssen, ist das Investitionscontrolling unverzichtbar.

Das Investitionscontrolling ist ein wichtiger Teilbereich im Finanzcontrolling eines Unternehmens. Es lotet Investitionsmöglichkeiten aus, bewertet und vergleicht diese, und versorgt die Geschäftsführung mit Informationen darüber, welche Investitionen zum größten Erfolg des Unternehmens beitragen und wie hoch die Risiken dabei sind. In diesem Artikel erfahren Sie, was genau Investitionscontrolling ist, und welche Instrumente es nutzt.

Investitionscontrolling: Definition

Das Investitionscontrolling befasst sich mit der Planung, Steuerung und Kontrolle sämtlicher Investitionen in einem Unternehmen. Investitionen können dabei sowohl Sach- als auch Finanzanlagen sein, sich auf das Umlaufvermögen beziehen oder auf immaterielle Vermögensgegenstände.

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Das Investitionscontrolling ist somit eine Unterdisziplin des Finanzcontrollings. Es reicht noch weiter als Anlagencontrolling, das sich nur mit Sachinvestitionen befasst, und Projektcontrolling, in dem nur Investitionen für einzelne Projekte betrachtet werden. Mit Hilfe des Investitionscontrollings werden sämtliche potenzielle und bereits getätigte Investitionen ganzheitlich im finanziellen Kontext des Unternehmens betrachtet.

Es dient dazu, Möglichkeiten auszuloten, wie ein Unternehmen durch Investitionen seinen Umsatz, Rentabilität oder Marktvorsprung steigern kann, und erarbeitet Lösungen, wie die Investitionen am ökonomischsten getätigt werden können. Man unterscheidet zudem zwischen strategischem und operativem Investitionscontrolling.

Strategisches Investitionscontrolling

Im strategischen Investitionscontrolling werden Investitionsmöglichkeiten unter einem langen Zeithorizont betrachtet. Es werden Möglichkeiten ausgelotet, die langfristig zum Unternehmenserfolg beitragen können.

Häufig handelt es sich dabei um Investitionen von großen Summen, z.B. wenn ein Teilbereich des Unternehmens ausgebaut werden oder ein neuer Bereich gegründet werden soll.

Operatives Investitionscontrolling

Das operative Investitionscontrolling ist hierarchisch gesehen unter dem strategischen angeordnet und widmet sich Investitionsvorhaben, die auf das laufende (operative) Geschäft abzielen. Dazu gehört beispielsweise die Planung von Investitionen in bestimmte Projekte.

In diesem Bereich werden konkret Investitionspläne erarbeitet und verschiedene Investitionsmöglichkeiten miteinander verglichen. Es dient dazu, in kleinen Teilschritten die strategischen Vorhaben umzusetzen, um die Unternehmensziele zu erreichen.

Aufgaben des Investitionscontrollings

Das Investitionscontrolling unterstützt die Geschäftsführung beim Fällen von Entscheidungen im Hinblick auf Investitionen. Die Verantwortlichen geben Unternehmensziele vor und das Investitionscontrolling liefert eine Planung und Umsetzung, wie die Ziele durch Investitionen erreicht werden können.

Da Entscheidungen rund um das Tätigen von Investitionen immer große Auswirkungen auf ein Unternehmen haben, kommt dem Investitionscontrolling eine wichtige Bedeutung zu. Fehlentscheidungen in diesem Bereich können nämlich fatale Folgen für ein Unternehmen haben.

Mit Hilfe der Investitionsrechnung werden verschiedene Investitionsalternativen durchkalkuliert und ermittelt, wann die Investition getätigt werden soll. Basierend auf diesen Ergebnissen wird ein Plan erstellt und den Verantwortlichen vorgelegt.

Wird entschieden, die Investition zu tätigen, kümmert sich das Investitionscontrolling im Anschluss um die Umsetzung. Einzelinvestitionen werden koordiniert, kontrolliert und protokolliert, um die Verantwortlichen jederzeit mit Informationen versorgen zu können.

Instrumente im Investitionscontrolling

Im Investitionscontrolling bedient man sich Hilfsmitteln, die in vielen anderen Bereichen des Controllings ebenfalls Anwendung finden. Einige wichtige Instrumente sind in den folgenden Abschnitten dargestellt.

Statische Verfahren in der Investitionsrechnung

Wichtigstes Hilfsmittel im Investitionscontrolling ist die Investitionsrechnung. Sie dient zur Ermittlung der finanziellen Auswirkungen, die mit einer Investition einhergehen und wird oft auch als Wirtschaftlichkeitsrechnung bezeichnet. Es gibt sowohl statische, als auch dynamische Berechnungsverfahren, wobei die statischen aufgrund ihrer Einfachheit in der Praxis beliebter sind.

Statische Berechnungsverfahren sind einfacher zu erstellen als dynamische, weil sie nur einen einzelnen Zeitabschnitt betrachten und dynamische Konzepte wie Zinswirkungen vernachlässigt werden. Häufig reichen statische Verfahren aus, um abzuwägen, ob sich eine Investition lohnt oder nicht.

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Investitionscontrolling-Beispiele für statische Verfahren

Der Kostenvergleich ist ein solches statisches Verfahren. Hier vergleicht man die gesamten Kosten für mehrere Investitionsmöglichkeiten miteinander. Damit der Vergleich funktioniert, können nur Investitionsalternativen miteinander verglichen werden, die dieselben Erlöse einbringen würden.

Dem Kostenvergleich gegenüber steht der Erfolgsvergleich. Bei ihm werden die Erlöse betrachtet, die man sich von einer Investition erwartet und rechnet verschiedene Alternativen durch. Diese Methode eignet sich am besten für Investitionen, die direkt einen Erlös einbringen, z.B. Kapitalmarktanlagen.

Um das Risiko einer Investition abzuschätzen, nutzt man einen statischen Amortisationsvergleich. Hierbei wird bewertet, wie lange es dauert, bis die von der Investition generierten Erträge höher sind als die Investitionskosten. Je länger dieser Zeitraum, desto riskanter ist die Investition.

GAP-Analyse

Die GAP- oder Abweichungsanalyse vergleicht Soll- und Ist-Werte miteinander. Sie kommt zum Einsatz, wenn eine Investition bereits in der Durchführung ist und dient zur Bewertung, ob das Investitionsvorhaben finanziell nach Plan verläuft.

Diese Methode zeigt frühzeitig auf, ob sich ein Investitionsprojekt in die erwartete Richtung entwickelt oder nicht. Daher kann sie ein Frühwarnsystem sein und Verantwortlichen aufzeigen, dass Handlungsbedarf besteht.

Kennzahlen im Investitionscontrolling

Zur Quantifizierung von Investitionen werden häufig auch relevante Kennzahlen berechnet, die eine Investition unter einem bestimmten Aspekt betrachten. Viele dieser Kennzahlen bedienen sich dynamischer Berechnungsverfahren.

Net Present Value (NPV)

Zur Bewertung eines Investitionsprojekts berechnet man häufig den Net Present Value (NPV), auch Barwert genannt. Dabei werden die einzelnen Cashflows auf einen bestimmten Zeitpunkt abgezinst. In einer Formel ausgedrückt, sieht das so aus:

NPV im Jahr n = Gesamtcashflow im Jahr n / (1+Zinssatz)^n

n bezeichnet immer das Jahr, in dem der entsprechende Cashflow generiert wird. Betrachtet man z.B. den NPV einer Investition über 3 Jahre hinweg, berechnet man den NPV für n=0, n=1, n=2 und n=3. Anschließend addiert man alle diese Werte miteinander und erhält den NPV für den gesamten Zeitraum:

NPV nach 3 Jahren = NPV im Jahr 0 + NPV im Jahr 1 + NPV im Jahr 2 + NPV im Jahr 3

Ist der Gesamt-NPV größer als 0, ist die Investition profitabel oder ein Projekt rentabel.

Internal Rate of Return (IRR)

Eng verwandt mit dem NPV ist die IRR, die Internal Rate of Return, im Deutschen auch Interner Zinsfuß genannt. Man verwendet dabei dieselbe Formel wie für den Gesamt-NPV, mit dem Unterschied, dass man die Formel gleich 0 setzt, weil man am Zinssatz interessiert ist.

Mit dieser Methode lassen sich verschiedene Investitionsmöglichkeiten miteinander vergleichen, da man sieht welche Zinssätze eine Investition generieren muss, um nach Ablauf eines fixen Zeitraums profitabel zu sein.

Fazit: Investitionscontrolling wichtig für Unternehmen

Da Unternehmen für Investitionen große Summen bewegen müssen, ist das Investitionscontrolling unverzichtbar. Es liefert Hilfsmittel, mit denen sich verschiedene Investitionsmöglichkeiten miteinander vergleichen lassen und liefert eine fundierte Datenbasis, auf der Verantwortliche Entscheidungen treffen können.

In vielen Fällen reichen zu einer groben Einschätzung der Rentabilität einer Investition statische Verfahren aus. Für eingehendere Analysen und Vergleiche bietet das Investitionscontrolling dynamische Berechnungsmethoden an.

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