Wozu die Berechnung der Handelsspanne dienen kann

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Mit der Handelsspanne bezeichnet man die Differenz zwischen Einkaufspreis und dem Nettoverkaufspreis einer Ware (also ohne Umsatzsteuer).

Die Handelsspanne berechnen Unternehmen, wenn sie ihre Gewinnmarge ermitteln wollen, die sie mit dem Verkauf ihrer Produkte erzielen. Die Marge ist dabei jedoch nicht gleichbedeutend mit dem Gewinn. Warum das so ist, und wie man die Handelsspanne berechnet, zeigen wir Ihnen in diesem Artikel.

Was ist die Handelsspanne?

Mit der Handelsspanne bezeichnet man die Differenz zwischen Einkaufspreis und dem Nettoverkaufspreis einer Ware (also ohne Umsatzsteuer). Man spricht auch von Marge oder Gewinnspanne. Sie dient Händler:innen dazu, zu bewerten, wie hoch der potenzielle Gewinn ausfällt, den sie mit dem Verkauf ihrer Waren erzielen.

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Wichtig zu beachten ist, dass die Handelsspanne nicht gleich dem Gewinn ist, da in den Verkaufspreisen nicht sämtliche Fixkosten eines Unternehmens eingepreist sind. Erst wenn alle Kosten gedeckt wurden, entspricht der übrigbleibende Betrag von der Handelsspanne dem Gewinn.

Somit muss die Handelsspanne mindestens den Einkaufspreis sowie sämtliche anderen Kosten abdecken, damit das Unternehmen keinen Verlust einstreicht. Liegt der Einkaufspreis eines Produkts über dem Verkaufspreis ist die Handelsspanne negativ. In diesem Fall liegt Dumping vor und das Unternehmen erzielt keinen Gewinn. Deshalb streben Unternehmen eine möglichst hohe Marge an.

Die Handelsspanne kann dabei nicht beliebig hoch gewählt werden. Es hängt stark von der Konkurrenzsituation ab, wie frei ein Unternehmen in der Gestaltung seiner Preise ist. Ist der Wettbewerbsdruck hoch, kann die Handelsspanne nur erhöht werden, wenn der Einkaufspreis gesenkt wird, oder das Unternehmen seine Fixkosten senkt, z.B. durch Einsparungen beim Personal.

Handelsspanne berechnen mit Formel

Zur Berechnung der Handelsspanne in Prozent gibt es eine Formel:

Handelsspanne = (Nettoverkaufspreis – Einstandspreis) / Nettoverkaufspreis x 100

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Der Einstandspreis entspricht dem Einkaufspreis oder Bezugspreis der Ware, die Händler:innen bei ihrem Lieferanten bezahlen müssen. Der Nettoverkaufspreis ist der Preis ohne Umsatzsteuer, zu dem die Händler:innen die Ware an ihre Kund:innen weiterverkaufen. Durch die Multiplikation mit dem Faktor 100 erhält man die Handelsspanne in Prozent.

Man kann die Formel auch wie folgt schreiben:

Handelsspanne = (1 – Einstandspreis / Nettoverkaufspreis) x 100

Anhand dieser Schreibweise erkennt man, dass die Handelsspanne umso größer ist, je größer die Differenz zwischen Einstandspreis und Nettoverkaufspreis ausfällt.

Handelsspanne berechnen mit Kalkulationszuschlag

Indem Händler:innen auf den Einstands- bzw. Einkaufspreis einen bestimmten Prozentsatz aufschlagen, berechnen sie den Nettoverkaufspreis. Dieser prozentuale Aufschlag wird auch Kalkulationszuschlag genannt. Die Formel dafür sieht so aus:

Nettoverkaufspreis = Einstandspreis + Einstandspreis x Kalkulationszuschlag / 100

Das setzt man anschließend in die Formel für die Handelsspanne ein, um die Gewinnmarge zu ermitteln.

Handelsspanne berechnen: Beispiel

Ein Modeunternehmen bezieht T-Shirts von einem Lieferanten zu einem Einstandspreis von 10€ pro Stück. Der Kalkulationszuschlag beträgt 40%. Das Unternehmen möchte nun den Nettoverkaufspreis sowie die Handelsspanne für das T-Shirt ermitteln. Es rechnet wie folgt:

Nettoverkaufspreis = 10€ + 10€ x 40% / 100% = 14€

Damit ergibt sich:

Handelsspanne = (14€ - 10€) / 14€ x 100% = 28,57%

Das Unternehmen weiß nun, dass 28,57% des Verkaufspreises übrigbleibt. Dieser übrige Betrag kann dazu verwendet werden, um weitere Kosten zu decken, die nicht bereits im Kalkulationszuschlag miteingepreist sind. Was dann noch übrigbleibt, ist der tatsächliche Gewinn für das Unternehmen.

Verkauft wird das T-Shirt anschließend zum Bruttoverkaufspreis. Wir schlagen demnach noch die Mehrwertsteuer von 19% auf den Nettoverkaufspreis:

Bruttoverkaufspreis = Nettoverkaufspreis + Nettoverkaufspreis / 100 x 19 = 14€ + 14€ / 100 x 19 = 16,66€

Das Unternehmen verkauft das T-Shirt in seinem Geschäft also für 16,66€.

Handelsspanne berechnen mit Umsatzerlösen

Man kann auch von den Umsatzerlösen beim Verkauf einer Ware auf die Handelsspanne zurückrechnen. Der Rechenweg ist dabei genau derselbe wie im obigen Beispiel. Wir müssen lediglich vom Erlös, also vom Bruttoverkaufspreis auf den Nettoverkaufspreis zurückrechnen. Das machen wir mit folgender Formel:

Nettoverkaufspreis = Bruttoverkaufspreis / (100 + Mehrwertsteuer in Prozent) x 100

Für das T-Shirt, das zum Preis von 16,66€ verkauft wird, ergibt sich dann:

Nettoverkaufspreis = 16,66€ / (100 + 19) x 100 = 14€

Anschließend rechnen wir wie im Beispiel oben die Handelsspanne aus.

Bezugspreis mit Handelsspanne berechnen

Wollen wir von der Handelsspanne auf den Bezugs- bzw. Einkaufspreis zurückrechnen, ist dies ebenfalls mit den oben genannten Formeln möglich. Rechnen wir einfach vom obigen Beispiel zurück: Das Modeunternehmen setzt für den Verkauf des T-Shirts eine Handelsspanne von 28,57% an. Der Nettoverkaufspreis beträgt 14€.

Stellen wir die Formel für die Handelsspanne nach dem Einkaufs- bzw. Bezugspreis um:

Bezugspreis = Nettoverkaufspreis – Handelsspanne x Nettoverkaufspreis / 100 = 14€ - 28,57% x 14€ / 100% = 10€

Durchschnittliche Handelsspanne berechnen

In der Regel haben Händler:innen mehrere Produkte auf Lager, die sie verkaufen wollen, und für verschiedene Produkte gibt es häufig unterschiedliche Handelsspannen, je nach Marktsituation. Möchte man nun die Handelsspanne berechnen für das komplette Sortiment, bildet man den Durchschnitt aus sämtlichen einzelnen Handelsspannen. In einer Formel sieht das so aus:

Durchschnittliche Handelsspanne = (Handelsspanne Produkt 1 + Handelsspanne Produkt 2 + … + Handelsspanne Produkt n) / n

Dabei steht n für die gesamte Anzahl an Produkten im Sortiment.


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