So machen Sie sich den Effekt der Fixkostendegression zunutze

Lesezeit: 4 min
Die Fixkostendegression wird auch als Stückkostendegression bezeichnet.

Die Fixkostendegression ist ein Effekt, der eintritt, wenn die Stückkosten aufgrund einer höheren Produktionsmenge geringer werden. Er trägt dazu bei, den Gewinn eines Unternehmens zu maximieren und die Produktionskosten so gering wie möglich zu halten. Erfahren Sie hier, wann der Fixkostendegressionseffekt auftritt, wie man ihn berechnet und wo seine Grenzen liegen.

Fixkostendegression: Definition

Die Fixkostendegression wird auch als Stückkostendegression bezeichnet. Sie stellt einen Effekt in der Kostenrechnung dar, bei dem sich die Fixkosten verringern, weil sie auf mehr Kostenträger (Stückteile) verteilt werden können. Dadurch sinkt der fixe Kostensatz pro Stück, was zu reduzierten Gesamtkosten sowie zu einem höheren Gewinn für das Unternehmen führt.

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Die Fixkosten sind zwar in ihrer Höhe gleich (weshalb sie Fixkosten genannt werden), der Massenproduktionseffekt kann jedoch dazu führen, dass sie variabel sind, wenn man sie auf die Stückkosten verteilt.

Fixkostendegression berechnen mit Formel

Bei der Fixkostendegression handelt es sich um einen Effekt, der unter bestimmten Bedingungen und Voraussetzungen eintritt. Ob er eintritt oder nicht, lässt sich berechnen, indem man die variablen und die fixen Kosten für ein Produkt berechnet in Abhängigkeit von dessen Produktionsmenge.

Man berechnet also die Stückkosten für ein Produkt gemäß der Formel:

Stückkosten = (Fixkosten + variable Kosten) / Produktionsmenge

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Beispiel für Fixkostendegression

Ein Unternehmen stellt pro Monat 400 Küchenmesser her. Zur Produktion sind Maschinen notwendig, die in einer Halle untergebracht sind. Die monatliche Miete inklusive Betriebskosten beträgt 2.000€. Die Kosten für die Rohmaterialien zur Fertigung der 400 Küchenmesser betragen 100€.

Das Unternehmen ermittelt nun folgende Kennwerte:

Stückkosten = (2.000€ + 100€) / 400 = 5,25€

Die Zusammensetzung der fixen und variablen Kosten pro Stück ist demnach:

Fixkosten pro Stück = 2.000€ / 400 = 5,00€ Variable Kosten pro Stück = 100€ / 400 = 0,25€

Das Unternehmen verändert nun seinen Produktionsprozess und ist in der Lage pro Monat 600 Messer zu fertigen. Die variablen Stückkosten ändern sich nicht und verbleiben bei 0,25€ pro Messer, also 150€ für 600 Messer. Die Betriebskosten und die Miete bleiben ebenfalls gleich hoch bei 2.000€.

Nun ergibt sich folgende Rechnung:

Fixkosten pro Stück = 2.000€ / 600 = 3,33€ Variable Kosten pro Stück = 150€ / 600 = 0,25€ Stückkosten = 3,33€ + 0,25€ = 3,58€

Die Stückkosten haben sich nun von 5,25€ auf 3,58€ reduziert. Man sieht, dass sich die Fixkosten durch die Verteilung auf eine größere Produktionsmenge vermindert haben. Diesen Effekt nennt man Fixkostendegression.

Zusammenhang Fixkostendegression & variable Kosten

Die Fixkostendegression kann auch eintreten, wenn sich die variablen Kosten bei der Produktion vermindern. Wenn das oben genannte Unternehmen beispielsweise Mengenrabatte bei seinem Lieferanten nutzen kann, weil es mehr Material für die Herstellung von mehr Messern benötigt, können die variablen Stückkosten dadurch reduziert werden. Sofern die Fixkosten gleich hoch bleiben, sinken dann ebenfalls die Stückkosten.

Fixkostendegressionseffekt: Wo liegen die Grenzen?

Beliebig ausdehnen lässt sich der Fixkostendegressionseffekt nicht, da die Produktionskapazität nicht ohne Erhöhung der Fixkosten beliebig weit nach oben skaliert werden kann. Die Maschine im obigen Beispiel kann nur eine bestimmte Anzahl an Messern pro Monat fertigen.

Möchte das Unternehmen noch mehr herstellen, muss es eine weitere Maschine anschaffen, was mit zusätzlichen Betriebskosten, eventuell mehr Personal und der Miete einer größeren Produktionshalle einhergeht. Man spricht hierbei auch von sprungfixen Kosten, da sich die Fixkosten schlagartig erhöhen. Dadurch muss dann ein höherer Betrag auf die höhere Produktionsmenge umgelegt werden, was nicht unbedingt zu einer Fixkostendegression führen muss.

Kann ein Unternehmen jedoch den Fixkostendegressionseffekt annähernd bis an dessen Grenze ausnutzen, produziert es mit der höchsten Kapazität zu den geringsten Kosten. Dadurch kann es höhere Gewinne erzielen, oder seine Verkaufspreise senken, um seine Produkte attraktiver zu machen und dadurch den Verkauf anzukurbeln. Die Fixkostendegression trägt damit dazu bei, dem Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen und gibt ihm einen größeren Handlungs- und Preisgestaltungsspielraum.

Fixkostendegression & Fremdbezug

Die Fixkostendegression kann auch bei der Beurteilung helfen, ob anstatt eines Fremdbezugs von Teilen die Eigenproduktion in Frage kommt. Man schaut sich hierbei jeweils an, welche Kosten entstehen, wenn ein Teil selbst gefertigt werden würde im Gegensatz dazu, wenn es von einem anderen Hersteller bezogen wird.

Ausschlaggebend bei dieser Betrachtung ist, dass die variablen Stückkosten bei der Eigenfertigung geringer sind als bei der Fremdfertigung. Hier kann ab einer bestimmten Produktionsmenge der Fixkostendegressionseffekt eintreten, sodass die Eigenproduktion noch günstiger wird.

Voraussetzung, dass die Fixkostendegression greift, ist jedoch immer, dass die Menge der produzierten Teile auch zeitnah verbraucht wird. Es muss also eine genügend hohe Nachfrage da sein, um die Eigenproduktion zu rechtfertigen, weil sie oft mit hohen Investitionskosten verbunden ist (z.B. weil Maschinen angeschafft werden müssen).


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