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Cash Conversion Cycle: Wie wird er berechnet?

Lesezeit: 5 min
Der Cash Conversion Cycle lässt sich mit Hilfe von drei Kennzahlen berechnen.

Der Cash Conversion Cycle ist eine wichtige Kennzahl zur Beurteilung des Geschäftsmodells und der Marktmacht eines Unternehmens. Er ist von einigen Parametern abhängig. Welche das sind, wie man sie ermittelt und wie man den Cash Conversion Cycle verbessert, erfahren Sie hier.

Cash Conversion Cycle: Definition

Der Cash Conversion Cycle ist eine Kennzahl, die die Zeitdauer angibt, bis eine Investition in Lagerbestand wieder in Cash umgewandelt wurde. Das heißt die Zeitspanne zwischen dem Tätigen einer Investition bis zum Verkauf des daraus hergestellten Produkts. Man spricht im Deutschen auch von Geldumschlagsdauer.

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Je nachdem, in welcher Branche ein Unternehmen tätig ist, ist die Länge des Cash Conversion Cycle unterschiedlich. Ein Supermarkt hat in der Regel nur einen Cash Conversion Cycle von wenigen Tagen, während ein Unternehmen in der Maschinenbaubranche längere Umschlagszeiten hat.

Generell gilt: Je niedriger die Zahl für den Cash Conversion Cycle, desto besser. Das bedeutet nämlich, dass die liquiden Mittel, die zum Kauf von Lagerbeständen genutzt wurden, nicht lange Zeit im Unternehmen gebunden sind (d.h. Waren auf Halde liegen), sondern schnell wieder zur Verfügung stehen.

Berechnung des Cash Conversion Cycle

Der Cash Conversion Cycle lässt sich mit Hilfe von drei Kennzahlen berechnen:

Mit diesen drei Kennzahlen sieht die Formel für den Cash Conversion Cycle dann so aus:

CCC = DIO + DSO – DPO

Gemessen werden alle diese Kenngrößen in der Einheit Tagen.

Anhand der obigen Formel lassen sich nun die Einflussgrößen auf den Cash Conversion Cycle erkennen. Die Days Sales Outstanding (DSO) und die Days Inventory Outstanding (DIO) gehen positiv in die Rechnung ein, da in beiden Fällen Kapital im Unternehmen gebunden ist.

Je länger sich Kund:innen Zeit beim Bezahlen der Rechnungen lassen, desto höher ist der DSO. Und je länger es dauert, bis die angeschafften Lagerbestände das Lager wieder verlassen, desto höher ist der DIO.

Der DPO geht negativ in die Rechnung ein, da es sich dabei um eine Verbindlichkeit des Unternehmens handelt. Je länger es sich Zeit lässt, Lieferanten zu bezahlen, desto mehr freie Mittel (Cash) hat es zur Verfügung, wodurch sich der CCC verkürzt.

Interpretation des Cash Conversion Cycle

Unternehmen streben einen möglichst niedrigen Cash Conversion Cycle an, denn das bedeutet, dass liquide Mittel niemals lange Zeit im Unternehmen gebunden sind, sondern schnell wieder zur Verfügung stehen. Da sich der CCC branchenabhängig unterscheidet, sollten Unternehmen ihn nur mit dem von anderen Unternehmen innerhalb der Branche vergleichen, um einen Eindruck zu bekommen, wie sie im Branchenvergleich abschneiden.

Auskunft über Effizienz

Kann man auf keine Vergleichswerte zu anderen Unternehmen zurückgreifen, vergleicht man den CCC mit jenen aus den vergangenen Geschäftsjahren. Aus seiner Entwicklung lässt sich ableiten, ob das Unternehmen effizienter in der Geldumschlagsdauer geworden ist oder nicht.

Sinkt der Wert kontinuierlich von Jahr zu Jahr, bedeutet das, dass das Unternehmen seine Lieferketten, den Logistik- und Produktionsprozess gut optimiert hat. Steigt der Wert dagegen, kann das auf eine sinkende Effizienz hindeuten. In diesem Fall ist es ratsam, sich die einzelnen Kennzahlen DSO, DPO und DIO genauer anzuschauen, und zu untersuchen, wo genau das Problem liegt.

Auskunft über Marktmacht und Geschäftsmodell

Anhand des CCC lassen sich auch Aussagen über die Marktmacht und das Geschäftsmodell des Unternehmens treffen. Hat es beispielsweise ein sehr gutes Produkt im Programm, für das die Nachfrage sehr groß ist (vgl. iPhone von Apple), ist der CCC sehr gering, denn das Produkt wird nie lange im Lager liegen. Folglich sinkt der DIO auf nur wenige Tage.

Ist ein Unternehmen gut am Markt etabliert und hat in seiner Branche eine gewisse Macht, hat es größere Spielräume, um den DSO und den DPO zu beeinflussen. Kund:innen können leichter zur Bezahlung per Vorkasse bewegt werden, wodurch der DSO sogar bis auf 0 sinken kann, wenn alle per Vorkasse bezahlen.

Mit Lieferanten können auf der anderen Seite längere Zahlungsziele vereinbart werden, sodass das Unternehmen länger Zeit hat, die Lieferantenrechnung zu bezahlen. Das führt zu einem steigenden DPO, der negativ in die Cash Conversion Cycle-Formel eingeht.

Negativer Cash Conversion Cycle

Manche Unternehmen haben einen negativen Cash Conversion Cycle, was ein Zeichen für eine sehr hohe Effizienz und einen gut laufenden Produktkatalog ist. Je tiefer der negative Wert, desto besser. Für viele Unternehmen ist dies zwar keine Realität, aber durch sukzessive Optimierungen des Geschäftsmodells und sämtlicher operativer Prozesse lässt sich der Cash Conversion Cycle auf einen niedrigeren Wert absenken.

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Cash Conversion Cycle verbessern

Zur Verbesserung des Cash Conversion Cycle können Unternehmen an drei Schrauben drehen: den DSO und den DIO so klein wie möglich, und den DPO so groß wie möglich zu halten.

Der DSO kann gesenkt werden, indem Kund:innen zum Bezahlen per Vorkasse animiert werden. Man kann beispielsweise Skonto anbieten oder einen Rabatt für den nächsten Einkauf. Auf diese Weise geht zwar etwas vom Gewinn verloren, doch die Liquidität bleibt erhalten.

Der DIO lässt sich verbessern, indem man die Lager- und Einkaufsstrategie optimiert. Ziel ist, dass Waren möglichst kurz im Lager liegen. Es bietet sich an, lieber mehrmals kleinere Margen anliefern zu lassen, als eine Großbestellung zu tätigen, bei der die Waren dann wochenlang bis zur Verarbeitung im Lager liegen.

Den DPO verbessert man, indem man mit den Lieferanten längere Zahlungsziele aushandelt, sodass man das Bezahlen der Rechnungen weiter nach hinten schieben kann.

Auch indirekte Anpassungen, z.B. am Produktionsprozess oder sogar am Geschäftsmodell bzw. der Produktpalette können sich positiv auf den CCC auswirken. Letztendlich ist ein gut zu verkaufendes Produkt nämlich der beste Garant für einen konstant niedrigen Cash Conversion Cycle.

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