So berechnet man die Betriebsleistung

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Die Betriebsleistung wird auch als Gesamtleistung bezeichnet.

Die Betriebsleistung ist eine Kennzahl, die man beim Erstellen der Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) ermitteln muss. Sie bildet die Grundlage für die Berechnung des Betriebsergebnisses. Wir zeigen Ihnen hier, wie man sie berechnet und was sie über ein Unternehmen aussagt.

Betriebsleistung: Definition

Die Betriebsleistung wird auch als Gesamtleistung bezeichnet. Sie ergibt sich als Zwischenergebnis aus dem Gesamtkostenverfahren und wird bei der Erstellung der Gewinn- und Verlustrechnung berechnet. In die Berechnung der Betriebsleistung gehen folgende drei Punkte ein:

• Umsatzerlöse • Bestandsveränderungen • Aktivierte Eigenleistungen

Die Betriebsleistung gibt somit die Leistungen des Unternehmens im operativen Bereich an während eines bestimmten Zeitraums.

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Betriebsleistung berechnen für GuV & Bilanz

Bei der Erstellung der Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) ermittelt man zuerst die Umsatzerlöse, Bestandsveränderungen und aktivierte Eigenleistungen. Anschließend wird daraus die Betriebsleistung berechnet. Die Angabe der Betriebsleistung in der GuV ist verpflichtend. Sie stellt die Grundlage zur Berechnung des Betriebsergebnisses dar.

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Betriebsleistung: Formel

Die Formel für die Betriebsleistung sieht so aus:

Betriebsleistung = Umsatzerlöse + Bestandsveränderungen + aktivierte Eigenleistungen

Die Umsatzerlöse ergeben sich aus den Verkäufen von Produkten oder Dienstleistungen, die im Rahmen der operativen Geschäftstätigkeit abgesetzt werden.

Zu den Bestandsveränderungen zählen Erhöhungen oder Reduktionen im Bestandsvermögen von fertigen und unfertigen Erzeugnissen, z.B. vollständig hergestellte Produkte oder teilweise fertig gestellte Produkte. Rohstoffe und andere Materialien zählen nicht dazu.

Aktivierte Eigenleistungen sind vom Unternehmen selbst hergestellte Vermögensgegenstände, die selbst genutzt jedoch nicht verkauft werden. Ein Unternehmen, das Computer zusammenbaut und einige davon für sich behält, darf diese zum Beispiel als aktivierte Eigenleistung in der Bilanz aufführen.

Betriebsleistung: Beispiel

Ein IT-Unternehmen baut Computer zusammen, repariert diese auf Wunsch und bespielt sie mit Software. Im vergangenen Geschäftsjahr verzeichnete es einen Umsatzerlös (brutto) von 100.000€. In seinem Lager hat es gegenüber dem Vorjahr eine Bestandsmehrung von fertigen oder teilweise zusammengebauten PCs im Wert von 8.000€. 3 PCs, die das Unternehmen zusammengebaut hat, hat es als Ausstellungsstücke für sich selbst behalten und nicht verkauft. Der Wert für diese beträgt insgesamt 3.000€.

Wir fassen zusammen: • Umsatzerlöse: 100.000€ • Bestandsveränderung: 8.000€ • Aktivierte Eigenleistungen: 3.000€

Nun können wir mit der Formel die Betriebsleistung ausrechnen:

Betriebsleistung = 100.000€ + 8.000€ + 3.000€ = 111.000€

Anmerkung: Hätte sich der Bestand gegenüber zum Vorjahr verringert, läge eine Bestandsminderung vor, die dann mit einem negativen Vorzeichen in die Berechnung eingehen würde.

Was sagt die Betriebsleistung als Kennzahl über ein Unternehmen aus?

Die Betriebsleistung zeigt an, wie hoch die Leistungen im operativen Bereich waren, die das Unternehmen während eines bestimmten Zeitraums erbracht hat. Je nachdem, in welcher Branche ein Unternehmen tätig ist, sind die Umsatzerlöse oder die Bestandsveränderungen die treibenden Faktoren für die Betriebsleistung.

Ein Unternehmen, das eine geringe Lagerintensität hat, hat nur geringe Bestandsveränderungen. Dagegen können diese bei Unternehmen, die zum Beispiel sehr viele Investitionsgüter haben und damit eine hohe Lagerintensität, sehr hoch sein.

Fand beispielsweise eine Überproduktion statt, weil die Nachfrage überschätzt wurde, kann das zu einer hohen Bestandsmehrung geführt haben, während die Umsatzerlöse jedoch aufgrund der geringen Nachfrage rückläufig waren. Unterm Strich ergibt sich dann dennoch eine höhere Betriebsleistung, weil das Unternehmen sehr viele Produkte hergestellt hat.


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