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Betriebskapital: Wie viel braucht ein Unternehmen davon?

Lesezeit: 4 Min
Wenn Sie Ihr Betriebskapital berechnen wollen, werden Sie dies ohne Vorwissen mühelos bewerkstelligen können.

Betriebskapital ist eines der finanziellen Fundamente eines Unternehmens. Wissen Sie, was sich genau dahinter verbirgt und wie man es berechnet? In diesem Artikel erfahren Sie außerdem, wie Sie die Höhe Ihres Betriebskapitals korrekt deuten und welche Schritte Sie einleiten können, damit sich das Betriebskapital Ihres Unternehmens erhöht.

Betriebskapital: Definition

Das Betriebskapital ist eine Kennzahl, die für die Bilanz eines Unternehmens bedeutsam ist. Sie sagt aus, wie es um die Finanzkraft Ihres Unternehmens bestellt ist. Die Höhe Ihres Betriebskapitals sagt Ihnen also, wie wirtschaftlich Ihr Unternehmen arbeitet und wie viel Kapital gebunden ist.

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Wenn man sich die Formel zur Berechnung näher ansieht, fällt auf, dass es sich bei dem Betriebskapital um das Umlaufvermögen handelt, von dem die kurzfristigen Verbindlichkeiten abgezogen werden. Im alltäglichen Sprachgebrauch wird auch häufig der Begriff working capital verwendet.

Die Berechnung des Betriebskapitals mit einfacher Formel

Wenn Sie Ihr Betriebskapital berechnen wollen, werden Sie dies ohne Vorwissen mühelos bewerkstelligen können. Sie benötigen für die Rechnung nicht mehr als Ihr Umlaufvermögen und Ihre kurzfristigen Verbindlichkeiten. Diese setzen Sie dann in folgende Formel:

Betriebskapital = Umlaufvermögen - kurzfristige Verbindlichkeiten

Die Bewertung: Wann ist das Betriebskapital gut?

Die Berechnung war easy? Wunderbar! Dann geht es jetzt darum, was das errechnete Ergebnis über Ihr Unternehmen aussagt. Ist der Wert gut oder nicht?

Ein positiver Wert

Wenn bei Ihrer Berechnung ein positiver Wert, also größer als null, herausgekommen ist, bedeutet dies, dass Ihr Unternehmen mithilfe des Umlaufvermögens die kurzfristigen Verbindlichkeiten bezahlen kann.

Ein negativer Wert

Wenn Ihr Taschenrechner einen negativen Wert, also unter null, zeigt, reicht Ihr Umlaufvermögen nicht aus, um die kurzfristigen Verbindlichkeiten zu decken.

Die goldene Bilanzregel: Die goldene Bilanzregel besagt, dass Umlaufvermögen (kurzfristiges Vermögen) auch kurzfristig gedeckt sein muss. Ebenso, wie Anlagevermögen (langfristiges Vermögen) durch langfristiges Kapital finanziert werden sollte.

Haben Sie bei der Formel zur Berechnung des Betriebskapitals nun einen negativen Wert, ist die goldene Bilanzregel nicht erfüllt. Das kann Liquiditätsschwierigkeiten oder sogar Engpässe nach sich ziehen. Außerdem wird es schwieriger für Ihr Unternehmen in einer solchen Situation zu agieren.

Wie wird das Betriebskapital gesteuert?

Sie merken also, dass es vorteilhaft ist, wenn bei Ihrem Betriebskapital ein positiver Wert als Ergebnis steht. Allerdings sollte dieser Wert auch nicht zu groß ausfallen, denn dies würde bedeuten, dass sie viel gebundenes Umlaufvermögen haben, das nicht anderweitig verwendet wird.

6 Schritte und Tools zu mehr Unternehmenssicherheit

Aber welcher Wert ist jetzt der beste? Das lässt sich pauschal nicht beantworten. Denn wie viel Betriebskapital gut und hilfreich ist, hängt stark von der Branche ab, in der Sie aktiv sind und auch von dem Geschäftsmodell, das Sie gewählt haben.

Wenn Sie mit Ihrem Betriebskapital nicht zufrieden sind, lässt sich mithilfe des Working Capital Managements etwas ändern. Dieses kann die Liquidität Ihres Unternehmens optimieren, indem es Ihre Lieferverbindlichkeiten und das Umlaufvermögen steuert. Dadurch kann verhindert werden, dass zu viel Kapital gebunden ist und somit nicht effizient eingesetzt werden kann.

Wie kann das Betriebskapital erhöht werden?

Ihr Betriebskapital ist nicht das, was es sein könnte? Dann gibt es eine gute Nachricht, denn Sie können etwas dafür tun! Im Kern geht es darum, herauszufinden, an welcher Stelle zu viel Ihres Kapitals gebunden ist. Im nächsten Schritt nimmt man das identifizierte gebundene Kapital in Angriff und macht es für entsprechende Verwendungen verfügbar. Schauen wir uns ein paar Wege zur Optimierung Ihres Betriebskapitals an:

Offene Forderungen

Wenn Sie offene Forderungen haben, ist genau dies Kapital, das Ihnen eigentlich gehört. Sie können es aber nicht nutzen und arbeiten dadurch weniger wirtschaftlich. Verbessern Sie das Forderungsmanagement in Ihrem Unternehmen, um weniger gebundenes Kapital zu haben.

Zahlungsziele verkürzen

Wenn dies in Ihrem Unternehmen umsetzbar ist, können Sie die Menge Ihres gebundenen Kapitals dadurch reduzieren, indem Sie die Zahlungsziele für Ihre Kund:innen verkürzen. Auf diesem Weg können Sie wirtschaftlicher arbeiten.

Fremdfinanzierung

Sie können Ihr Betriebskapital fremdfinanzieren. Hierfür käme beispielsweise ein Bankkredit infrage. Allerdings muss dabei beachtet werden, dass Sie bei dieser Art der Finanzierung mit Kosten rechnen müssen.

Lagerbestand optimieren

Wie sieht Ihr Lagerbestand aus? Haben Sie mehr gelagert, als notwendig? Ein großer Lagerbestand bindet Kapital. Daher sollten Sie immer im Blick haben, wie groß Ihr Lagerraum wirklich sein muss und was dort für wie lange gelagert sein soll.

Fazit: Das Betriebskapital liegt in Ihrer Hand

Betriebskapital - schnell erklärt und einfach berechnet. Sie kennen sich bestimmt nun bestens aus. Mit welchen Methoden wollen Sie Ihr Betriebskapital optimieren? Kümmern Sie sich zuerst um die Lagerbestände oder das Forderungsmanagement? Jede kleine Optimierung Ihres Betriebskapitals sorgt dafür, dass weniger Kapital gebunden ist. Dies wiederum führt zu einer besseren Bonität und einem besseren Ranking. Machen Sie sich zu einem:r attraktiven Geschäftspartner:in!

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