Wie das PE-finanzierte Gpack überfällige Forderungen um 50 % senkte

Agostino Febbraro, CFO von Gpack, und Federico Scaravelli, Vice President bei Oxy Capital, erläutern, wie Agicap die Liquiditätsdaten zentralisiert und das Reporting an den Private-Equity-Investor vereinfacht.

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Key Takeaways

  • Nach dem Einstieg von Oxy Capital (2021) und der Refinanzierung der Konzernschulden brauchte Gpack ein zuverlässiges Liquiditätsreporting für seinen PE-Investor.

  • Zuvor fehlten strukturierte historische Liquiditätsdaten: Die Planung lief über eine Excel-basierte 13-Wochen-Prognose, gespeist aus manuellen Exporten von drei ERP-Systemen.

  • Mit Agicap hat Gpack seine Bankdaten zentralisiert, SAP Business All-in-One und zwei branchenspezifische ERPs angebunden und eine mittelfristige Liquiditätsplanung eingeführt – ergänzt um das AR-Modul zur Überwachung der Kundenforderungen.

  • In sechs Monaten halbierte Gpack die überfälligen Forderungen (700.000 € → 350.000 €) und senkte den DSO um 37 %. CFO, Treasury-Team und PE-Investor greifen heute auf ein einziges Liquiditäts-Dashboard zu – ohne Wechsel zwischen Banking-Portalen, ERP-Abfragen und Tabellen.

  • Auch das Tagesgeschäft ist schlanker: Transaktionen aus beiden operativen Systemen laufen in einer Auftragsansicht zusammen, das Factoring steuert das Treasury direkt – ohne externe Portale.

" Früher hatten wir keine historischen Liquiditätsdaten. Heute greifen CFO, Treasury-Team und Private-Equity-Investor auf dasselbe, täglich aktualisierte Dashboard zu. "

Agostino Febbraro

CFO, Gpack

80 Mio. €

Umsatz

5

Produktionsstandorte in der Lombardei

2021

Oxy Capital steigt als Investor ein

Gpack

  • Industrie:

    Herstellung

  • Größe:

    KMU (> 50M Umsatz)

  • Standort:

    Truccazzano (Mailand), Italien

  • Anwendungsfälle:

    Tägliches Cash-Monitoring, Zuverlässigere Prognosen erstellen, Reporting automatisieren, Forderungsmanagement automatisieren, Gruppe, Hoher Betriebskapitalbedarf

Kundengeschichte

Gpack ist eine vertikal und horizontal integrierte Verpackungsgruppe mit fünf Produktionsstandorten in der Lombardei (Vailate, Truccazzano, Cavaione, Cambiago und Bottanuco). Das von der Familie Bramucci gegründete Unternehmen fertigt Faltschachteln, Tuben, Steifschachteln, Wellpapp-Innenverpackungen sowie allgemeine Verpackungen, Displays und POP-Lösungen (Point of Purchase) für die Branchen Parfüm, Kosmetik, Lebensmittel, Wein & Spirituosen und Konsumgüter.

2021 übernahm Oxy Capital, eine auf Turnaround-Investitionen in Südeuropa spezialisierte Private-Equity-Gesellschaft, eine Mehrheitsbeteiligung an Gpack und schloss die Refinanzierung der Unternehmensschulden ab. Im Folgejahr leitete das Unternehmen eine strategische Neuausrichtung auf den Markt für Luxusverpackungen ein.

2024 – nach vollständiger Umsetzung der Restrukturierungsvereinbarung von 2021 und einer erneuten Refinanzierung der mittel- und langfristigen Verbindlichkeiten – trat Gpack in eine neue Investitionsphase ein, die die Einführung einer echten Treasury-Management-Lösung erforderlich machte.

Kundenwünsche

Vor der Einführung von Agicap stand Gpack im Liquiditätsmanagement vor zwei zentralen Herausforderungen: das Tagesgeschäft zu unterstützen und zugleich die Reporting-Anforderungen seines PE-Investors zu erfüllen.

Operative Herausforderungen

  • Aufbau einer strukturierten Historie der Liquiditätsdaten, die bislang nicht verfügbar war, um die Kontinuität im Liquiditätsmanagement sicherzustellen.

  • Ablösung eines Excel-basierten Prozesses, der auf manuellen Datenexporten aus drei verschiedenen Systemen beruhte (SAP und zwei branchenspezifische Verpackungs-ERPs).

  • Einführung einer KI-fähigen Plattform, um technologische Upgrades in naher Zukunft zu vermeiden.

Herausforderungen im Investoren-Reporting

  • Zugriff auf aktuelle, verlässliche Liquiditätsdaten, die unmittelbar für das Reporting nutzbar sind.

  • Erstellung langfristiger Liquiditätsprognosen, insbesondere in Phasen finanzieller Anspannung und knapper Liquidität.

  • Detaillierte Transparenz über die Forderungen und die Fälligkeitstermine der Kundenzahlungen – angesichts der hohen Abhängigkeit des Unternehmens von großen internationalen Kunden mit starker Verhandlungsmacht bei den Zahlungsbedingungen.

Lösung

Gpack führte Agicap ab Juli 2024 in mehreren Phasen ein.

  1. Projektstart und Bankanbindung (Juli 2024) - Aufbau der Dateninfrastruktur und Anbindung der Bankkonten des Unternehmens.

  2. ERP-Integration (Juli–Oktober 2024) Anbindung von SAP Business All-in-One für die Buchhaltung sowie von zwei branchenspezifischen Verpackungs-ERP-Systemen (Kundenaufträge, Lieferanten und Fremdfertigung) mit automatischer täglicher Datensynchronisation in Agicap – heute die zentrale Datenebene, die alle drei ERP-Systeme verbindet.

  3. Go-live und Liquiditätsplanung (November 2024) Die Plattform ging mit automatischen Bankdaten-Feeds und operativen Liquiditätsprognosen live.

  4. Accounts-Receivable-Modul (AR) (Januar 2025) Das Accounts-Receivable-Modul wurde eingeführt und generiert automatische Hinweise drei Tage vor Fälligkeit der Rechnungen, gefolgt von Mahnungen bei 5, 10 und 15 Tagen Verzug. Zunächst manuell über Agicap ausgelöst, wurde der Prozess im Laufe des Jahres 2025 vollständig automatisiert.

  5. Rollout auf die zweite Gesellschaft (März–August 2025) Konfiguration und Integration von Gpack General Packaging – der neuen Gesellschaft, die nach der Abspaltung des Bereichs General Packaging entstand – abgeschlossen im Sommer 2025.

Wesentliche Ergebnisse

  • Die überfälligen Forderungen wurden halbiert, von 700 Tsd. € auf 350 Tsd. €, während der DSO innerhalb von sechs Monaten um 37 % sank – dank automatischer Hinweise und Zahlungserinnerungen, ohne das Inkasso-Team zu vergrößern.

  • Eine einheitliche Sicht auf Aufträge und Factoring. Die Transaktionen aus den beiden ERP-Systemen werden in einem Dashboard konsolidiert, zusammen mit den ans Factoring abgetretenen Forderungen – der Zugriff auf externe Factor-Portale entfällt.

  • Ein unerwarteter operativer Nutzen. Die Integration deckte veraltete Bestellungen auf, die in den ERP-Systemen nie abgeschlossen worden waren. Daraufhin wurde ein monatlicher Bericht eingeführt, den das Controlling an Einkauf und Vertrieb sendet, um die voraussichtlichen Liefertermine zu aktualisieren. Dies verbesserte zwar nicht unmittelbar die Liquidität, erhöhte aber die Verlässlichkeit der Daten für die Liquiditätsplanung erheblich.

  • Ein einziges Dashboard, das von CFO, Treasury-Team und Private-Equity-Investor gemeinsam genutzt wird und ein standardisiertes Reporting für Oxy Capital bietet – ohne Online-Banking-Portale, ERP-Abfragen oder manuelle Tabellen.

" Die Wirkung war beträchtlich – nicht nur finanziell, sondern auch für unsere Mitarbeitenden. Früher verbrachten sie Stunden am Telefon, um überfälligen Rechnungen nachzugehen, oft ohne eine Antwort zu erhalten. "

Agostino Febbraro

CFO, Gpack

Fazit

Mit Agicap hat Gpack das Treasury-Management von einem manuellen, fragmentierten Prozess in eine zentrale Plattform überführt, die von CFO, Treasury-Team und Private-Equity-Investor in Echtzeit gemeinsam genutzt wird.

Nachdem Gpack seine Liquiditätsdaten zentralisiert und die überfälligen Forderungen halbiert hat, baut das Unternehmen den Einsatz von Agicap nun weiter aus. Zu den nächsten Schritten zählen die Einführung des Accounts-Payable-Moduls (AP), die Automatisierung von Buchungen sowie die Nutzung des KI-gestützten Reportings, das aus einer einfachen Eingabe eine strukturierte Zusammenfassung zu Abweichungen, Prognosen und Warnhinweisen erstellt – bereit zur Weitergabe an Oxy Capital.

Die Ambitionen von Oxy Capital reichen über Gpack hinaus. Die Gesellschaft plant, Agicap – je nach Entwicklungsstand der jeweiligen Beteiligung – in weiteren Portfoliounternehmen einzuführen.

Agostino Febbraro, CFO bei Gpack fasst zusammen:„Ich betrachte Agicap nicht als kurzfristige Investition. Es ist ein solides Fundament, um mit der Zeit eine wirklich umfassende Plattform aufzubauen, die jeden Aspekt der Liquidität steuert.“


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