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Wie Risikokapital Start-Ups den Aufbau erleichtern kann

Lesezeit: 5 Min
Risikokapital hat im Gegensatz zu Krediten den Vorteil, dass keine Kreditraten im klassischen Sinne zurückbezahlt werden müssen.

Mit Risikokapital finanzieren vor allem Start-Ups den Aufbau ihres Unternehmens, da es durch den Mangel an Eigenkapital schwierig ist, einen Bankkredit in der nötigen Höhe zu erhalten. Wir zeigen Ihnen in diesem Artikel, welche Möglichkeiten zur Risikokapitalfinanzierung es gibt, und was die Vor- und Nachteile für Investoren sowie Unternehmen sind.

Venture Capital/Risikokapital: Definition

Risikokapital oder Venture Capital (deutsch: Wagniskapital) sind Geldmittel, die zum Finanzieren von besonders risikobehafteten Unternehmungen eingesetzt werden. Meist steuern Investoren (sog. Risikokapitalgeber) für einen zeitlich begrenzten Zeitraum Kapital zur Finanzierung eines Unternehmens bei. In vielen Fällen ist das Unternehmen ein Start-Up und oft noch nicht an der Börse notiert.

Liquidität des Unternehmens beim LBO

Die Risikokapitalgeber versprechen sich durch ihre Investition eine Rendite, indem nach Ablauf einer bestimmten Zeitspanne (häufig zwischen 5 und 10 Jahren) die Unternehmensanteile oder Aktien mit Gewinn verkauft werden.

Je nach Ausgestaltung des Vertrags, den der Investor mit dem Unternehmen schließt, erhält er als Beteiligter Mitsprache-, Mitwirkungs-, Informations- und/oder Kontrollrechte am Unternehmen.

Risikokapital als Eigenkapital

Ein junges Unternehmen, das im Hightech-Bereich tätig ist, bzw. vorhat, in diesem tätig zu werden, benötigt sehr viel Kapital, um dieses Vorhaben umzusetzen. Da häufig nicht genügend Eigenkapital für die nötigen Investitionen zur Verfügung steht, muss zusätzliches Kapital aufgenommen werden.

Risikokapital hat im Gegensatz zu Krediten den Vorteil, dass keine Kreditraten im klassischen Sinne zurückbezahlt werden müssen. Je nach Beteiligungsart der Investoren partizipieren diese unterschiedlich am Wertzuwachs des Unternehmens:

  • offene Beteiligung (z.B. als Aktionär oder Gesellschafter): Unternehmensanteile werden per Investition erworben und nach einiger Zeit komplett verkauft
  • stille Beteiligung: während der Laufzeit der Beteiligung wird dem Kapitalgeber entweder ein fester Zinssatz ausbezahlt, oder ein variabler Zinssatz, der sich an der Wertentwicklung des Unternehmens orientiert

Vorteile von Wagniskapital für Start-Ups

Wie oben schon erwähnt, ist der größte Vorteil von Risikokapital, dass keine Kreditzahlungen anfallen, die die Liquidität des Unternehmens belasten. Doch es gibt noch weitere Vorteile von Risikokapital als Finanzierungsform.

Dadurch dass Risikokapital langfristig bereitgestellt wird und in kritischen Situationen nicht zurückgefordert wird (wie es manchmal bei Bankkrediten der Fall ist), ergibt sich für das Start-Up eine höhere Planungssicherheit. Zudem ist es krisenfester, da es nicht fürchten muss, Geldmittel vorzeitig zurückzubezahlen.

Da Risikokapital Eigenkapital ist, hat das Unternehmen keine Verbindlichkeiten in Form von laufenden Krediten. Durch den höheren Eigenkapitalanteil hat das Unternehmen dann sogar bessere Chancen, zusätzlich Fremdkapital bei einer Bank oder einem anderen Kreditinstitut aufzunehmen.

Tritt der Investor nicht nur als Geldgeber, sondern auch als Mentor für das Management in Erscheinung, profitiert das Unternehmen von dessen Know-How. Das ist insbesondere für Gründer:innen von Vorteil, die erstmalig ein Unternehmen gegründet und noch keine Managementerfahrung haben. Viele Fehler lassen sich dadurch im Vorfeld schon vermeiden, was das Risiko für kritische Situationen oder das Scheitern des Unternehmens senkt.

Nachteile von Venture Capital

Sobald ein Investor sich am Unternehmen beteiligt, fordert er in den meisten Fällen Mitwirkungsrechte. Im Gesellschaftsvertrag wird genau vereinbart, welche Rechte der Investor als Gesellschafter hat. Das kann bei einer stillen Beteiligung lediglich das Informationsrecht sein; bei einer offenen Beteiligung aber auch Mitsprache- und Kontrollrechte.

Damit sind junge Gründer:innen nicht mehr unabhängig in ihren Entscheidungen, weil ein Teil ihres Unternehmens dem Investor gehört. In manchen Fällen kann dies die Motivation bei Gründern:innen dämpfen, das Unternehmen weiterzuentwickeln. Zudem kann ein psychologischer Druck entstehen, weil der Investor erwartet, in einigen Jahren mit einem ordentlichen Gewinn aus dem Unternehmen auszusteigen.

Da der Investor vor allem seine Gewinnerwartungen im Blick hat, kann er darüber hinaus darauf bestehen, dass das Unternehmen in eine bestimmte Richtung weiterentwickelt wird, weil er dort bessere Erfolgschancen sieht. Diese Weiterentwicklung muss jedoch nicht unbedingt den Vorstellungen der Gründer:innen entsprechen, was zu Konflikten auf der Managementebene führen kann.

Risikokapital: Bank oder andere Finanzierungspartner?

Für viele Banken ist das Risiko für die Finanzierung eines Start-Ups zu groß. Vor allem, wenn nur sehr wenig Eigenkapital vorhanden ist, lehnen Banken das Kreditgesuch ab. Daher wenden sich viele junge Gründer:innen, die disruptive Ideen für ihr Unternehmen haben, an Risikokapitalgeber. Diese sind zum Beispiel:

  • private Venture Capital Gesellschaften, die sich auf die Finanzierung von riskanten Vorhaben spezialisiert haben
  • öffentliche Venture Capital Gesellschaften, die per Förderprogrammen Kapital bereitstellen
  • private Investoren, die mit ihrem Privatvermögen in das Unternehmen investieren
  • Business Angels: Dabei handelt es sich auch um private Investoren, die jedoch nicht nur einen Teil ihres Vermögens als Wagniskapital zur Verfügung stellen, sondern den jungen Gründern:innen auch in Management-Fragen zur Seite stehen
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Risikokapital investieren

Die Investition in Start-Ups hat in den letzten Jahren einen Boom erlebt und wird immer beliebter bei Investoren, denn es handelt sich dabei um eine Asset-Klasse, bei der hohe Renditen erzielt werden können.

Investoren haben mittlerweile mehrere Möglichkeiten, Risikokapital zu investieren. Sie können sich beispielsweise an eine darauf spezialisierte private Venture Capital Gesellschaft oder Vermögensverwaltung wenden.

Crowdinvesting erlebt momentan ebenfalls einen Trend. Hierbei investieren viele verschiedene Geldgeber in ein Start-Up, und erhalten gemäß ihren Anteilen und der wirtschaftlichen Entwicklung des Unternehmens eine Rendite ausbezahlt, sobald das Unternehmen verkauft wird oder an die Börse geht, bzw. umsatzabhängig eine Gewinnbeteiligung ausgezahlt wird.

Risikokapital: Zinssatz

Da das Risiko bei der Finanzierung sehr hoch ist, verlangen die Risikokapitalgeber, dass während ihrer Beteiligung Zinsen ausbezahlt werden oder die Unternehmensanteile mit einem hohen Gewinn verkauft werden können, damit das Risiko gerechtfertigt ist. Ein jährlicher Zinssatz von 7% ist dabei oft das Minimum, was die Wagniskapitalgeber erwarten.

Vorteile für Risikokapitalgeber

Eine Investition in ein Start-Up bedeutet, dass der Investor schon in einer ganz frühen Phase des Unternehmens sich an diesem beteiligt. Das bietet nicht nur Risiken, sondern auch Chancen, denn besonders die Anfangsjahre eines Start-Ups sind von starkem Wachstum geprägt. Das geht mit einer Wertsteigerung des Unternehmens einher, an der der Investor während seiner Beteiligung partizipiert.

Verglichen werden kann eine Investition in ein Start-Up mit der Investition am Aktienmarkt zu einem Zeitpunkt, in dem die Märkte sich in einer konjunkturell schwachen Phase befinden. Steigt man zu diesem Zeitpunkt ein, und drehen die Märkte dann wieder ins Plus, können Anleger oft hohe Renditen erzielen.

Beteiligt sich ein Investor nicht nur mit Risikokapital an einem Start-Up, sondern auch mit seinem Management-Know-How, kann er zusätzlich als Innovationstreiber in Erscheinung treten und dem jungen Unternehmen helfen, die Spitze der Branche zu erobern.

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