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Lieferengpässe: So gehen Sie mit dem Albtraum vieler Unternehmen um

Lesezeit: 5 min
Was tun bei Lieferengpässen, wenn die Lager leer bleiben?

Lieferengpässe sind ein Albtraum für sämtliche produzierende Unternehmen. Die Auftragsbücher sind voll und der Lieferant kann einfach nicht das Rohmaterial liefern. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Lieferengpässe entstehen und was Sie tun können, um die Auswirkungen abzuschwächen.

Lieferengpässe 2022: Das sind die Gründe

Schon im letzten Jahr war die Wirtschaft schwer gezeichnet von weltweiten Lieferengpässen. Hauptgrund dafür ist ein Rohstoff-Engpass, der zur Verknappung von Material führt und die Preise für Produkte in die Höhe treibt. Vor allem die geringe Verfügbarkeit von Halbleitern sorgt für Lieferengpässe in allen Branchen, wo Elektronik verbaut wird.

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Die Situation letztes Jahr und auch in diesem ist auf mehrere unterschiedliche Gründe zurückzuführen, woran die Corona-Krise zwar zum Hauptteil, aber nicht ausschließlich verantwortlich ist.

Herunterfahren der Produktion während der Pandemie

Vor allem in Asien wurde während der Pandemie die Produktion drastisch heruntergefahren oder sogar komplett eingestellt. Viele Fabriken wurden dauerhaft geschlossen, sodass nun bei steigender Nachfrage weniger Produktionskapazitäten zur Verfügung stehen.

Starke Konsumschwankungen

Während der Corona-Krise stieg die Nachfrage nach bestimmten Produkten (z.B. für die Ausstattung des Home Office) rasant, während andere Produkte (z.B. Autos) kaum mehr nachgefragt wurden. Mit dieser drastischen Konsumverschiebung entstand ein Ungleichgewicht, was die Planung von sämtlichen produzierenden Unternehmen durcheinanderbrachte.

Die Automobilindustrie drosselte ihre Bestellungen für Halbleitermaterialien, da sie weniger Fahrzeuge fertigte. Die Hersteller von Bildschirmen und Laptops, die mehr Halbleiter benötigten, sind nun im Besitz von höheren Halbleiterkontingenten, sodass es in der Automobilindustrie zu Lieferengpässen kommt.

Unterbrochene Lieferketten

Während der Pandemie kam der weltweite Transport zeitweise komplett zum Erliegen. Beispielsweise wurde in China einer der größten Frachthäfen der Welt aufgrund eines Corona-Ausbruchs eine Woche lang stillgelegt. Container stauten sich und konnten nicht auf Schiffe umgeschlagen werden, was weltweite Auswirkungen auf die Lieferketten hatte.

Fehlplanung in der chinesischen Energiepolitik

In China wird Strom zu 50% aus Kohle gewonnen. Diese wird unter anderem aus Australien importiert. Aufgrund von Handelsstreitigkeiten ist jedoch ein Kohleengpass entstanden, was zeitweise zur Stromrationierung in China geführt hat. Die Folge: Betriebe können nicht mit voller Kapazität produzieren, es entstehen Lieferengpässe und die Preise steigen.

Amerikanische Anti-China-Politik

Ex-Präsident Donald Trump fuhr während seiner Amtszeit einen sehr harten Kurs gegen China. Dies führte zum Beispiel dazu, dass der chinesische Chip-Hersteller Huawei keine Chips mehr herstellen durfte, die auf amerikanischer Chip-Technologie beruhen. Da Huawei Zulieferer für sehr viele Unternehmen (auch US-amerikanische) ist, führte dies zu Lieferengpässen.

Lieferengpässe als Preistreiber für Verbraucher:innen

Seit Mitte 2021 die weltweite Wirtschaft wieder hochgefahren wurde, leidet auch Deutschland an Lieferengpässen. Besonders knapp sind hierzulande Holz, Kupfer und Aluminium. Die Preise für die Rohstoffe sind aufgrund der Knappheit sehr hoch.

Nicht nur die Beschaffung von Rohstoffen und deren hohe Preise sind ein Problem, sondern auch die Logistik. Die Kosten für Container und Transport sind ebenfalls sehr stark gestiegen, da auf Schiffen und in Häfen derzeit die Kapazitäten fehlen, um der massiv gestiegenen Nachfrage gerecht zu werden.

Produzierende Unternehmen in Deutschland sehen sich deshalb mit außergewöhnlich hohen Kosten konfrontiert, was letzten Endes an die Verbraucher:innen weitergegeben werden wird.

Lieferengpässe: Bedeutung für Unternehmen

Aufgrund von unterbrochenen Lieferketten und der erschwerten Beschaffung von Rohmaterialien, sehen sich Unternehmen in Deutschland derzeit mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert.

Trotz voller Auftragsbücher läuft die Produktion nicht mit voller Kapazität, weil Material fehlt. Leerlaufzeiten verursachen zusätzliche Kosten. Der Planungsaufwand für Beschaffung, Einkauf und Produktion ist ebenfalls gestiegen. Neue Aufträge müssen abgelehnt werden, da die bestehenden nicht abgearbeitet werden können. All dies führt zu Umsatzverlusten, welche die Unternehmen abfangen müssen.

Lieferengpässe in Deutschland – wie lange noch?

Da akute weltweite Lieferengpässe sich nicht umgehen lassen, hoffen Unternehmen darauf, dass sich die Lage bald wieder entspannt. Es ist schwierig abzuschätzen, wann das der Fall sein wird. Die Corona-Pandemie scheint sich langsam aber sicher zu verabschieden. Viele Länder haben ihre Restriktionen bereits gelockert oder ganz aufgehoben. Die Rückkehr zur Normalität scheint in greifbarer Nähe.

Bis die weltweiten Lieferketten jedoch komplett wiederhergestellt sein werden, wird es noch einige Monate dauern. Es ist davon auszugehen, dass auch weit bis ins Jahr 2022 noch mit Lieferproblemen in unterschiedlichen Bereichen zu rechnen sein wird.

Lieferengpässe vermeiden

Unternehmen haben mehrere Möglichkeiten, die Auswirkung von Lieferengpässen abzuschwächen, doch die meisten Strategien dienen eher zur Prävention und nicht zur Entschärfung eines akuten Lieferengpasses.

Lokal beziehen und Abhängigkeiten vermeiden

Gerade in den vergangenen Monaten hat man gesehen, wie stark man vom Handel mit China abhängig ist. Die bezogenen Güter müssen einen langen Weg zurücklegen, was die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass es auf dem Transportweg zu Verzögerungen kommt. Wenn ein Unternehmen deshalb seine Güter (oder zumindest einen Teil davon) von lokalen Produzenten beziehen kann, reduziert sich das Risiko für Transportausfälle.

Indem ein Unternehmen auf mehrere Lieferanten setzt, als nur auf einen, werden Abhängigkeiten vermieden und man kann im Falle eines Engpasses bei Lieferant A auf Lieferant B zurückgreifen. Bei weltweiten Lieferengpässen funktioniert diese Strategie jedoch nicht.

6 Schritte und Tools zu mehr Unternehmenssicherheit

Lager aufstocken und Beschaffungsprozess optimieren

Wer mehr Material im Lager hat, kann länger produzieren und so möglicherweise sogar einen Lieferengpass aussitzen. Diese Strategie hat jedoch auch ihre Nachteile, da ein großes Lager mit höheren Kosten verbunden ist. Ob sich das für ein Unternehmen lohnt, sollte deshalb genau geprüft werden.

Die Optimierung des Beschaffungsprozesses empfiehlt sich grundsätzlich. Indem langfristig vorausgeplant wird, was zu welchem Zeitpunkt benötigt wird, lassen sich die einzelnen Glieder in der Lieferkette besser miteinander verzahnen.

Liquidität vorausplanen zur Entschärfung von Liquiditätsengpässen

Lieferengpässe sind schon schlimm genug. Wenn daraus aber auch noch Liquiditätsengpässe werden, kann es für Unternehmen schnell brenzlig werden. Deswegen sollte der Liquiditätsplanung insbesondere in der heutigen Zeit mehr Beachtung geschenkt werden.

Indem ein Unternehmen seine Liquidität vorausplant, kann es abschätzen, wie hart es von einem Lieferengpass getroffen werden würde. Kommt die Produktion zum Stillstand, gibt die Liquiditätsprognose eine Antwort darauf, wie lange man die laufenden Kosten noch aus den bestehenden Einnahmen decken kann.

So lassen sich schon Gegenmaßnahmen einleiten, bevor sich Lieferengpässe auf die Liquidität des Unternehmens auswirken können. Beispielsweise können dann rechtzeitig andere Mittel bereitgestellt werden, um die Liquidität aufrechtzuerhalten.

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