Was der Deckungsbeitrag über die Wirtschaftlichkeit eines Produkts aussagt

Lesezeit: 5 min
Der Deckungsbeitrag zeigt an, in welchem Maß ein Produkt zum Gewinnerfolg eines Unternehmens beiträgt.

Der Deckungsbeitrag ist eine wichtige Kennzahl zur Beurteilung der Wirtschaftlichkeit eines Produkts. Anhand seines Wertes lässt sich ablesen, wie hoch oder niedrig der Beitrag eines Produkts zum Unternehmensgewinn ist. Er dient daher auch als wichtige Entscheidungsgrundlage zur Ausrichtung des Produktsortiments. Lesen Sie hier, wie man den Deckungsbeitrag berechnet, was er genau aussagt und welche Rolle er im Verbund mit der Break-Even-Analyse spielt.

Deckungsbeitrag: Definition

Der Deckungsbeitrag ist ein Wert aus der Kosten- und Leistungsrechnung. Er gibt die Höhe des Betrags an, der einem Unternehmen zur Deckung der Fixkosten zur Verfügung steht. Er ist also die Differenz zwischen dem Umsatz und den variablen Kosten.

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Man kann ihn sowohl auf die Gesamtmenge eines Produkts beziehen, als auch nur auf eine Produktgruppe oder eine bestimmte Mengeneinheit eines Produkts. Der Deckungsbeitrag muss größer sein als die Fixkosten, denn nur so generiert das Unternehmen einen Gewinn und arbeitet wirtschaftlich.

Deckungsbeitrag berechnen mit Formel

Zur Berechnung des Deckungsbeitrags gibt es eine Formel:

DB = E – K_v = db x Menge

E bezeichnet den Erlös während eines bestimmten Zeitraums, K_v die variablen Kosten innerhalb desselben Zeitraums. Der Deckungsbeitrag kann auch aus dem Deckungsbeitrag pro Mengeneinheit (db) und aus der Menge berechnet werden:

db = p – k_v

Dabei bezeichnet p den Stückpreis für das Produkt oder den Erlös pro Mengeneinheit und k_v die variablen Kosten pro Stück oder Mengeneinheit. Zieht man vom Deckungsbeitrag anschließend die Fixkosten ab, erhält man das Betriebsergebnis.

Einstufige Deckungsbeitragsrechnung

Bei der einstufigen Deckungsbeitragsrechnung werden von sämtlichen aufsummierten Deckungsbeiträgen die kompletten Fixkosten abgezogen. Generiert der Verkauf eines Produkts zum Beispiel 100.000€ pro Jahr, und sind die variablen Kosten für dessen Herstellung während dieses Zeitraums 60.000€, berechnet man den Deckungsbeitrag so:

DB = 100.000€ - 60.000€ = 40.000€

Das Unternehmen hat also 40.000€ zur Deckung seiner Fixkosten zur Verfügung. Liegen diese bei 50.000€, erwirtschaftet das Unternehmen einen Verlust, weil es höhere Kosten als Einkünfte hat; liegen sie bei 30.000€, erwirtschaftet das Unternehmen einen Gewinn, weil die Kosten geringer sind als die Einkünfte aus dem Produktverkauf. Das Ergebnis nach Abzug der Fixkosten vom Deckungsbeitrag entspricht dem Betriebsergebnis.

Deckungsbeitrag 1, 2 & 3: Mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung

Bei der mehrstufigen Deckungsbeitragsrechnung schlüsselt man die Fixkosten weiter auf und berechnet stufenweise einen Deckungsbeitrag. Hintergrund ist der, dass mit diesem Verfahren die Kosten verursachergerecht berücksichtigt werden können, was Unternehmen besser dabei hilft, ihre Kostenstruktur zu analysieren.

Die Deckungsbeiträge werden immer nach derselben Formel berechnet, wie sie weiter oben schon angegeben ist, nur werden von den einzelnen Deckungsbeiträgen nicht gleich die gesamten Fixkosten abgezogen, sondern separate Fixkostengruppen.

In einem Unternehmen, das verschiedene Produkte in unterschiedlichen Produktgruppen und Unternehmensbereichen herstellt, sieht das dann so aus:

  • Deckungsbeitrag 1 = Erlös – variable Herstellungskosten
  • Deckungsbeitrag 2 = Deckungsbeitrag 1 – Produktfixkosten
  • Deckungsbeitrag 3 = Deckungsbeitrag 2 – Gruppenfixkosten
  • Deckungsbeitrag 4 = Deckungsbeitrag 3 – Bereichsfixkosten
  • Deckungsbeitrag 5 = Deckungsbeitrag 4 – Unternehmensfixkosten

Produktfixkosten bezeichnen die Fixkosten, die man einem Produkt direkt zuordnen kann, z.B. die Abschreibung für eine Maschine, mit der das Produkt hergestellt wird. Die Gruppenfixkosten sind all jene Fixkosten, die man der Herstellung der Produktgruppe zuordnen kann. Die Bereichsfixkosten sind einem bestimmten Unternehmensbereich zugeordnet, z.B. die Miete für die Produktionshalle. Und zu den Unternehmensfixkosten gehören beispielsweise die Gehälter für Mitarbeiter:innen im Verwaltungsbereich.

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Der Deckungsbeitrag 5 in der oberen Aufstellung entspricht dem Betriebsergebnis. Die Aufschlüsselung nach spezifischen Fixkosten kann je nach Unternehmen noch weiter aufgefächert werden, oder auf weniger Stufen reduziert werden.

Beurteilung des Deckungsbeitrags

Vergleicht man den Deckungsbeitrag mit den Fixkosten, erhält man Auskunft darüber, ob das Unternehmen mit einem bestimmten Produkt einen Gewinn oder einen Verlust erzielt. Man kann dabei drei Fälle unterscheiden:

  1. Deckungsbeitrag ist größer als die Fixkosten: Die Einnahmen sind höher als die Ausgaben und das Unternehmen macht mit dem Produkt einen Gewinn
  2. Deckungsbeitrag ist gleich hoch wie die Fixkosten: Der Break-Even-Point ist erreicht; das Unternehmen macht mit dem Produkt weder einen Gewinn noch einen Verlust
  3. Der Deckungsbeitrag ist geringer als die Fixkosten: Die Ausgaben übersteigen die Einnahmen und das Unternehmen macht mit dem Produkt Verlust

Deckungsbeitrag und die Break-Even-Analyse

Im Rahmen der Break-Even-Analyse können Unternehmen auch ermitteln, wie viele Produkte sie verkaufen müssen, damit sie mit dem Verkauf einen Gewinn erzielen. Ist der Deckungsbeitrag gleich hoch wie die Fixkosten, ist der Break-Even-Point erreicht. Entscheidungen, wie hoch der Preis für ein Produkt angesetzt werden muss, sind mit Hilfe des Deckungsbeitrags und der Break-Even-Analyse ebenfalls möglich.

Mit Hilfe des Deckungsbeitrags lässt sich berechnen, welche Produkte bzw. Produktgruppen eines Unternehmens maßgeblich zu dessen Erfolg beitragen und welche nur wenig rentabel sind. Das gibt Einblicke in die Produktstruktur des Unternehmens, denn die Verkaufsschlager und die Ladenhüter lassen sich so klar voneinander trennen. Entscheidungen, ob die Produktion eines schlecht laufenden Produkts eingestellt werden soll, fallen dann leichter.

Keinesfalls sollte man jedoch den Deckungsbeitrag als alleiniges Kriterium heranziehen, um über das Fortbestehen eines Produkts zu entscheiden. Er stellt nur einen Indikator dar. Je nachdem, wie die einzelnen Produkte miteinander verzahnt sind, entstehen auch Abhängigkeiten untereinander. Wird dann ein Produkt aus dem Sortiment genommen, kann das dazu führen, dass ein anderes Produkt weniger häufig verkauft wird und man so mit Umsatzeinbußen zu rechnen hat.

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