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ACH-Payment: Wie auch deutsche Unternehmen davon profitieren können

Lesezeit: 5 min
Das ACH-Payment wird genutzt, um Service-Anbieter zu bezahlen, Gehalt für Angestellte zu überweisen, oder um Lieferanten zu bezahlen.

Das ACH-Payment ist in den USA weitverbreitet und wird dort zur Zahlungsabwicklung mit verschiedenen Zahlungsmitteln genutzt. Wie das ACH-Payment funktioniert, wie es sich vom Wire Transfer unterscheidet und welche Möglichkeiten Unternehmen in Deutschland zum Geldtransfer in die USA haben, erfahren Sie in diesem Artikel.

ACH-Payment: Definition

Das ACH-Payment ist ein Zahlungsnetzwerk, das für elektronische Zahlungsvorgänge genutzt wird. Das Akronym ACH steht für "Automated Clearing House", was im Deutschen auch als "Automatische Clearing Stelle" bezeichnet wird. Die beiden Clearing Stellen sind die Federal Reserve und das Clearing House (beide in den USA). Sie werden von der NACHA (National Automated Clearinghouse Association) reguliert.

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Das Netzwerk gibt es seit den 1970er-Jahren und stammt aus den USA. Es prüft Zahlungsvorgänge, z.B. eine Zahlung per Kreditkarte, eine Überweisung oder auch den Einzug von SEPA-Lastschriften. Die Transaktionen werden per Stapelverarbeitung verarbeitet, das heißt, die Anfragen werden zuerst gesammelt und dann vom System stapelweise abgearbeitet – meist drei Stapel pro Tag. Deswegen kann eine ACH-Überweisung nicht in Echtzeit erfolgen.

Das ACH-Payment wird genutzt, um Service-Anbieter zu bezahlen, Gehalt für Angestellte zu überweisen, oder um Lieferanten zu bezahlen. Voraussetzung für das ACH-Payment ist, dass sowohl Sender und Empfänger ein Bankkonto in den USA haben.

Die ACH-Payment-Methode

Ein Zahlungsabwickler tätigt im Auftrag des Senders das ACH-Payment. Die beiden Clearing Stellen prüfen die Zahlung auf Richtigkeit und leiten sie dann auf das Konto des Empfängers weiter. Dadurch, dass jede einzelne Zahlung elektronisch geprüft wird, sind ACH-Payments sehr risikoarm.

Der Nachteil der Methode ist jedoch, dass durch den Prüfprozess keine Transaktionen in Echtzeit möglich sind und es meist ein bis zwei Werktage dauert, bis die Zahlung auf dem Empfängerkonto eintrifft. Das ACH-Payment ist also vor allem dann geeignet, wenn eine Zahlung nicht zeitkritisch ist.

Es gibt zwei verschiedene Zahlungsmethoden bei ACH-Payments:

  • Direkte ACH-Einzahlung (Push-Zahlung): Geldbetrag wird von einem Kontobesitzer an einen anderen gesendet
  • Direkte ACH-Zahlung (Pull-Zahlung): Geldbetrag wird vom Konto des Besitzers abgebucht (ähnlich wie Lastschriftabbuchung)

Vorteile der ACH-Überweisung

Das ACH-Payment hat einige Vorteile, sofern sowohl Sender als auch Empfänger ihre Konten bei einer Bank in den USA haben. ACH bietet die Möglichkeit, mit verschiedenen Zahlungsmitteln zu bezahlen, z.B. per Kreditkarte, Überweisung oder Lastschrift. Zudem ist es auch möglich, das ACH-Netzwerk bei mobilen Zahlungen per Smartphone zu nutzen. Damit können Unternehmen ihren Kunden mehrere Zahlungsarten anbieten.

Dadurch, dass nicht das Netzwerk von Kartenanbietern oder anderen Banken genutzt wird, sind die Bearbeitungsgebühren bei ACH-Payments sehr niedrig, womit für Unternehmen nur ganz geringe Gebühren anfallen.

Zahlreiche Zahlungsanbieter wie Paypal oder Stripe ermöglichen Unternehmen und Kunden mit US-Bankkonto auch die Nutzung von ACH-Payments, wodurch Geld sehr kostengünstig transferiert werden kann.

ACH-Payment vs. Wire Transfer

Ein Wire Transfer ist eine Geldüberweisung, die genau wie das ACH-Payment elektronisch erfolgt. Der Unterschied liegt darin, dass ACH-Payments in der Clearing Stelle stapelweise und automatisiert verarbeitet werden, während ein Wire Transfer nochmals von Bankangestellten gegengeprüft wird. Lastschriftzahlungen sind mit Wire Transfer nicht möglich, nur Überweisungen.

Kosten

Da die meisten Banken außerhalb der USA keine ACH-Payments nutzen, ist der Wire Transfer für internationale Überweisungen besser geeignet. Während für ACH-Payments zwischen 0.2 und 1.50 US-Dollar pro Transaktion anfallen, sind sie beim Wire Transfer um einiges höher: zwischen 15 und 25 US-Dollar für inländische Überweisungen, und bis zu 65 US-Dollar für ausländische Überweisungen.

Überweisungsgeschwindigkeit

Eine ACH-Überweisung ist meist nach ein bis zwei Werktagen abgeschlossen. Wie lange es tatsächlich dauert, hängt vor allem von den beteiligten Banken ab. Manchmal kann es auch drei oder vier Tage dauern, bis das Geld eingegangen ist. Gegen eine Gebühr kann der Prozess beschleunigt werden, sodass das Geld schneller auf dem Konto des Empfängers eingeht.

Beim Wire Transfer ist die Transaktionsdauer in der Regel kürzer als beim ACH-Payment. Für internationale Überweisungen per Wire Transfer dauert es meist ein bis drei Werktage, bis das Geld eingeht; für nationale Überweisungen innerhalb der USA kann ein Wire Transfer tagesgleich durchgeführt werden, sofern die Überweisung während der Geschäftszeit in Auftrag gegeben wird.

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Sicherheit

In Sachen Sicherheit haben sowohl das ACH-Netzwerk als auch Wire Transfers einen hohen Standard. Da das ACH-Netzwerk bereits in den 70er-Jahren aufgebaut wurde, konnten die zuständigen Stellen schon viel an Erfahrung in puncto Sicherheit sammeln.

Das ACH-Netzwerk ist durch mehrere Sicherheitsschichten gesichert: innerhalb des Systems gibt es Zugriffskontrollen, Validierungssysteme für die ein- und ausgehenden Datenpakete, sowie moderne Verschlüsselungstechnologien bei der Übertragung und Prozesse zur Kundenidentifikation. Wire Transfers werden entweder über SWIFT oder Fedwire übertragen – beides sehr sichere Netzwerke. Sie unterliegen strengen Auflagen und müssen die höchsten Sicherheitsstandards erfüllen.

ACH-Payment in Deutschland?

Wie weiter oben bereits erwähnt, sind ACH-Payments nur in den USA eine gängige Überweisungsart. Grund dafür ist, dass Banken außerhalb der USA keine ACH-Payments unterstützen, weil sie an das ACH-Netzwerk angebunden sein müssten. Deswegen sind für internationale Überweisungen von den USA in ein anderes Land Wire Transfers die übliche Methode, Geld zu überweisen.

Möchte ein deutsches Unternehmen ein anderes Unternehmen oder einen Lieferanten in den USA bezahlen, gibt es eine internationale Überweisung bei seiner Bank in Auftrag. Dies ist mit Gebühren verbunden. Eine andere Möglichkeit ist, dass das Unternehmen sich ein Bankkonto in den USA zulegt, von wo aus es ACH-Überweisungen tätigen kann.

Früher war es für Unternehmen schwierig, ein US-Bankkonto zu eröffnen, wenn sie dort keinen Sitz hatten. Mittlerweile gibt es jedoch Fintechs, die das Eröffnen eines US-Bankkontos erlauben, selbst wenn man in Deutschland seinen Firmensitz hat.

Dieses virtuelle Bankkonto wird von einer US-Bank verwaltet und es bietet genau dieselben Funktionen wie ein "richtiges" US-Bankkonto. Dadurch lassen sich ACH-Payments nutzen und Transaktionsgebühren bei Zahlungsabwicklungen in den USA signifikant reduzieren.

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