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Wachstumsfinanzierung einfach erklärt: Wer nicht wächst, der leidet

Die Wachstumsfinanzierung ist in jeder Phase eines Unternehmens wichtig – sei es bei der Gründung oder schon nach einigen Jahren Marktaktivität. Denn wer nicht wächst, wird schnell von der Konkurrenz überholt oder muss mit Umsatzverlusten rechnen. Wir zeigen Ihnen in diesem Beitrag, welche Möglichkeiten Sie zur Wachstumsfinanzierung haben und worauf es dabei ankommt.

In diesem Artikel :

Wachstumsfinanzierung: Definition

Bei der Wachstumsfinanzierung handelt es sich um eine besondere Form eines Darlehens, das ein Unternehmen für Wachstumszwecke benötigt. Das Wachstum kann dabei in verschiedenen Formen vonstatten gehen. Hier einige Beispiele:

  • Gründerkredit für den Aufbau eines Unternehmens
  • Tätigung von Investitionen zur Effizienzsteigerung/Personalaufstockung etc.
  • Expansion in einen neuen Markt
  • Örtliche Expansion, z.B. Filialeröffnung
  • Beteiligung an einem anderen Unternehmen oder Kauf einer anderen Firma

All diese Wachstumsvorhaben benötigen meist viel Kapital. Wenn das Eigenkapital zur Finanzierung nicht ausreicht, muss Fremdkapital aufgenommen werden.

Möglichkeiten der Wachstumsfinanzierung

Es gibt mittlerweile zahlreiche Möglichkeiten, wie ein Unternehmen sein Wachstum finanzieren kann. Hier stellen wir Ihnen die wichtigsten davon vor.

Finanzierung durch Eigenkapital

Hat ein Unternehmen ausreichend Rücklagen, das heißt Eigenkapital, kann die Wachstumsfinanzierung durch dieses getätigt werden. Das hat den Vorteil, dass in der Zukunft keine Kreditraten die Liquidität negativ belasten.

Muss zusätzlich ein Kredit aufgenommen werden, wirkt sich der Einsatz eines Teils des Eigenkapitals ebenfalls positiv aus, denn es muss eine geringere Kreditsumme zurückbezahlt werden. Darüber hinaus fallen die Zinssätze meist günstiger aus.

KfW-Unternehmerkredit

Speziell für Gründer:innen gibt es von der staatlichen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) einen Kredit zur Gründungsfinanzierung. Er kann von sämtlichen Unternehmen, die sich gerade in der Gründungsphase befinden, in Anspruch genommen werden. Viele Gründer profitieren hierbei von einem KfW-Liquiditätsplan.

Beantragt wird der Kredit bei der Hausbank (oder einem anderen Kreditinstitut), jedoch nicht direkt bei der KfW. Der Finanzierungspartner ist nur zu 20% an der Haftung bei Kreditausfall beteiligt, den Rest des Risikos trägt die KfW. Dadurch ist es für Gründer:innen oft einfacher, einen KfW-Kredit zu bekommen, als einen herkömmlichen Bankkredit. Darüber hinaus verlangt die KfW keine Sicherheiten, was einen zusätzlichen Vorteil darstellt.

Bankkredit zur Wachstumsfinanzierung

Unternehmen, die keinen Gründerkredit bekommen können, wenden sich für ein Darlehen für die Wachstumsfinanzierung oft an ihre Hausbank. Je nachdem, wie solide die finanzielle Situation des Unternehmens ist, erhält dieses günstige oder weniger günstige Kreditkonditionen.

Üblicherweise müssen Sicherheiten hinterlegt werden, die bei Kreditausfall das Risiko für die Bank abdecken. Bei der Finanzierung von Sachgütern stellen diese meist auch gleich die Sicherheiten dar.

Crowdlending

Eine neue Art der Finanzierung, die in den letzten Jahren auch in Deutschland sehr beliebt geworden ist, ist das Crowdlending. Im Prinzip funktioniert es wie ein Bankkredit, mit dem Unterschied, dass es anstatt eines Geldgebers mehrere gibt.

Der Antrag wird bei einer Crowdlending-Plattform gestellt, die die Unterlagen und das Unternehmen genauso streng überprüft wie eine Bank das tun würde. Wird die Finanzierung von beiden Seiten akzeptiert, schreibt die Crowdlending-Plattform das Finanzierungsvorhaben aus und interessierte Investoren können eine beliebige Summe investieren.

Der:die Kreditnehmer:in bezahlt die monatlichen Raten an die Crowdlending-Plattform zurück, die das Geld dann an die Investoren ausbezahlt.

Investitionsgüter-Leasing

Eine andere Form der Wachstumsfinanzierung stellt das Leasing von Investitionsgütern dar. Der Vorteil hierbei ist, dass kein (oder nur sehr wenig) Fremdkapital aufgenommen werden muss, um das Wachstum zu finanzieren.

Beispielsweise kann ein produzierender Betrieb eine neue Anlage oder ein neues Fahrzeug leasen, anstatt es zu kaufen. Das lohnt sich vor allem bei sehr teuren Anschaffungen, die über mehrere Jahre genutzt werden sollen.

Nachteil am Leasing ist, dass meist ein Vertrag über mehrere Jahre abgeschlossen wird. Stellt sich später heraus, dass die Anlage oder das Fahrzeug doch nicht so lange genutzt werden, muss das Unternehmen auch bei Nichtnutzung die Leasing-Raten weiter bezahlen.

Unternehmen sollten durchrechnen, ob die monatliche Leasing-Rate günstiger wäre als ein Wachstumskredit, und wie sich die Raten auf die zukünftige Liquidität auswirken werden.

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Wachstumsfinanzierung für Startups: Venture Capital und Business Angels

Sogenannte Risiko- oder Wagniskapitalgeber beteiligen sich oft an Unternehmen (häufig Startups, aber nicht ausschließlich). Im Gegenzug zur Besteuerung des sogenannten Venture Capital aus einem Fond erwarten sie Unternehmensanteile, um nach dem Ausstieg einen Profit mitzunehmen. Mit der Abtretung an Unternehmensanteilen an den Kapitalgeber geht auch oft ein Mitsprache-, Kontroll- und Informationsrecht am Unternehmen einher.

Sogenannte Business Angels verfahren ähnlich wie die Geber von Venture Capital, mit dem Unterschied, dass diese nicht Geld aus einem institutionellen Fond beisteuern, sondern einen Teil ihres Privatvermögens.

Fazit: Viel Auswahl für die Wachstumsfinanzierung in Deutschland

Für Unternehmen gibt es heutzutage zahlreiche Möglichkeiten zur Wachstumsfinanzierung. Vorab muss geprüft werden, welche davon in Frage kommt, da sie alle ihre Vor- und Nachteile haben.

Startups oder Existenzgründer:innen können entweder einen KfW-Unternehmerkredit in Anspruch nehmen, oder bei größerem Finanzierungsbedarf einen Wagniskapitalgeber oder Business Angel mit ins Boot holen.

Bereits etablierte Unternehmen haben mit Bankkrediten und Crowdlending ebenfalls mehrere Möglichkeiten zur Kapitalbeschaffung. Für manche Betriebe kann sogar auch anstatt einer Wachstumsfinanzierung das Leasing von Investitionsgütern eine günstigere Alternative sein.

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