So berechnen Sie den IRR (Internal Rate of Return) richtig

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Die IRR berechnen Unternehmen, wenn sie abschätzen wollen, ob eine Investition rentabel sein wird oder nicht. Bei der IRR-Methode handelt es sich um ein Schätzverfahren. Das heißt, sie ist nur so genau, wie genau man die zukünftige Geschäftsentwicklung abschätzen kann. Wir zeigen Ihnen hier, wie man dabei vorgeht und veranschaulichen die Methode an einem Beispiel.

Was ist die Internal Rate of Return (IRR)

Bevor wir die IRR berechnen, wollen wir zunächst klären, worum es sich dabei überhaupt handelt. Die Internal Rate of Return bezeichnet man im Deutschen auch als „internen Zinsfuß“.

Unternehmen nutzen die IRR für die Planung ihrer Investitionen. Sie können damit abschätzen, ob eine Investition rentabel sein wird und damit Fehlentscheidungen vermeiden oder zumindest reduzieren.

Die Berechnung der IRR beruht auf der Abschätzung der zukünftigen Cashflows, welche mit einer Investition einhergehen werden. Da hier viel Spielraum vorhanden ist und die Cashflows nicht genau über mehrere Jahre vorhergesagt werden können, ist die IRR-Methode lediglich eine Schätzung.

IRR berechnen: Formel

Um die IRR zu berechnen, setzt man den Kapitalwert (engl. Net present value, NPV) aller zukünftigen Cashflows gleich Null. Der NPV stellt dabei die Differenz zwischen den erwarteten Einnahmen (eingehenden Cashflows) und den erwarteten Ausgaben (ausgehende Cashflows) dar, welche im Zusammenhang mit der Investition stehen. In einer Formel ausgedrückt, sieht die IRR so aus:

IRR = NPV = - C0 + (C1 / (1+r)) + (C2 / (1+r)^2) + (C3 / (1+r)^3) + … (Cn / (1+r)^n) = 0

C0 stellt dabei die Anfangsinvestition dar. C1 bis Cn die eingehenden Cashflows von Jahr 1 bis Jahr n, und r ist der Abzinsungssatz, mit welchem die zukünftigen Cashflows auf den aktuellen Zeitpunkt abgezinst werden.

Die obige Formel muss man nun nach r auflösen, was rechnerisch sehr kompliziert ist. Deshalb bedient man sich eines Näherungsverfahrens, indem man die obige Formel mit zwei verschiedenen Abzinsungssätzen r1 und r2 durchrechnet. Die Zinssätze werden so gewählt, dass die Berechnung der IRR einmal einen negativen Wert und einmal einen positiven Wert ergibt.

IRR1 = positiver Wert IRR2 = negativer Wert

Diese beiden Werte interpoliert man anschließend und erhält den internen Zinsfuß r gemäß folgender Formel:

r = r1 – IRR1 x ((r2 – r1) / (IRR2 – IRR1))

IRR berechnen: Beispiel

Ein Unternehmen überlegt, ob es seine Produktionskapazitäten erweitern soll, da in den kommenden Jahren mit einer höheren Kundennachfrage gerechnet wird. Die Investition dafür betrüge 100.000€. Durch die Erweiterung wird mit einem höheren Absatz und damit mit höheren Einnahmen gerechnet. Die einzelnen Cashflows für die nächsten drei Jahre werden abgeschätzt als: C1 = 20.000€ C2 = 40.000€ C3 = 50.000€

Nun stellt sich die Frage, ob sich die Investition von 100.000€ lohnt, also rentabel ist. Die Finanzverantwortlichen schauen sich deshalb den internen Zinsfuß an und wollen die IRR berechnen.

Dazu ermitteln sie per trial and error zwei Versuchszinssätze, von denen einer eine positive IRR liefert und einer eine negative:

Zinssatz für positive IRR: 4% Zinssatz für negative IRR: 8%

Die zugehörigen Zahlenreihen für die beiden IRRs sehen so aus:

IRR1 = - 100.000€ + (20.000€ / (1+0.04)) + (40.000€ / (1+0.04)^2) + (50.000€ / (1+0.04)^3) = 662,84€

IRR2 = - 100.000€ + (20.000€ / (1+0.08)) + (40.000€ / (1+0.08)^2) + (50.000€ / (1+0.08)^3) = - 7.496,32€

Nun berechnet man mit Hilfe der Interpolationsmethode den internen Zinsfuß r:

r = r1 – IRR1 x ((r2 – r1) / (IRR2 – IRR1)) r = 0,04 – 662,84€ x ((0,08 – 0,04) / (-7.496,32€ - 662,84€)) = 0.0432

Die IRR entspricht somit 4,32%.

Je nachdem, welche Wachstumsrate die Unternehmensverantwortlichen anpeilen, kann anhand dieser Zahl nun abgeschätzt werden, ob die Investition rentabel ist oder nicht.

IRR berechnen mit Excel-Vorlage

Damit Sie einen leichteren Start für die Berechnung der IRR haben, können Sie sich hier kostenlos unsere Excel-Vorlage herunterladen. Sie bildet genau obiges Beispiel ab. Wenn Sie eine Investition über mehr als drei Jahre betrachten wollen, können Sie die hinterlegten Formeln einfach erweitern.

Ist eine hohe IRR gut und wie hoch sollte die IRR sein? Man sieht schon an obigem Beispiel, dass ein hoher Wert für die IRR gleichbedeutend mit einer hohen Rentabilität ist. Das heißt, je höher die IRR, desto besser für das Unternehmenswachstum. Pauschalwerte lassen sich dennoch nicht formulieren, denn ob man von einer rentablen Investition spricht oder nicht, hängt von den Unternehmenszielen ab sowie von den Erwartungen der Verantwortlichen. Wird für einen Unternehmensbereich lediglich ein geringes Wachstum vorhergesagt, weil beispielsweise der Markt gesättigt ist, gibt man sich vielleicht schon mit einer geringen IRR von 3% zufrieden. Ist ein Unternehmen dagegen auf einem Wachstumsmarkt tätig, wird von den Verantwortlichen möglicherweise eine IRR von 8% oder mehr erwartet. Das Berechnen der IRR gibt in beiden Fällen gute Anhaltspunkte, was für ein Unternehmen realistisch ist und was nicht.


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