Cashflow verbessern: Acht Expertentipps

Der Cashflow bezeichnet die Gesamtheit der finanziellen Zu- und Abflüsse in einem Unternehmen. Ein positiver Cashflow ist wesentlich für ein reibungslos funktionierendes Tagesgeschäft und langfristige Sicherheit. Ohne Cashflow können Sie keine Rücklagen bilden und sich für Krisen und unvorhergesehene Situationen absichern. Auch Investitionen in neue Technologien, Mitarbeiter und Produkte setzt Liquidität voraus. Der Cashflow ist damit auch ein wichtiger Wert, um die Gesundheit eines Unternehmens zu bewerten. Allerdings muss ein Unternehmen ohne positiven Cashflow nicht unbedingt unprofitabel sein.

Clément Mauguet, Gründer von Agicap, erklärt, wie Sie den Cashflow Ihres Unternehmens optimieren können, in dem Sie die Mittelzuflüsse erhöhen, die Mittelabflüsse verringern, Zahlungszeitpunkte optimieren und externe Finanzierungsmöglichkeiten nutzen.

In diesem Artikel :

So verbessern Sie den Cashflow: Erhöhen Sie Ihre Einnahmen.

Die erste wichtige Stellschraube, um den Cashflow zu erhöhen, sind die Zuflüsse: Erhöhen Sie die Einnahmen stärker als Ihre Ausgaben steigern, verbessert sich auch Ihr Cashflow. Im ersten Schritt steht die Bestandsaufnahme: Sammeln Sie alle Kapitalflüsse im Unternehmen. Identifizieren Sie mögliche Probleme im Zahlungsverkehr, im Inventar oder in Ihrer Preisstrategie. Dabei hilft Ihnen Ihre Liquiditätsplanung. Vielleicht verkaufen Sie nicht genug oder Sie haben nicht genug Marge für Ihre Produkte? Sie haben einen großen Kundenstamm und brauchen dennoch viel Zeit, um Rechnungen zu sammeln?

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Steigern Sie Ihre Umsätze

Eine offensichtliche Möglichkeit, den Cashflow zu verbessern, ist die Steuerung des Umsatzes. Optimieren Sie ihre Marketingstrategie, um mehr neue Kunden zu gewinnen und die Customer-Lifetime-Value zu erhöhen. Im digitalen Sektor gibt es für Unternehmen jeder Branche große Wachstumspotenziale, die in den wenigsten Fällen bereits voll ausgeschöpft sind. Ein Beispiel dafür ist Ihre Website:

  • Nutzen Sie Ihre Website bereits als einen digitalen Vertriebskanal (z. B. in Form eines Shops)?
  • Bietet dieser Kanal Ihren Kunden die bestmögliche Erfahrung auf dem Stand der Technik?
  • Schöpfen Sie die Möglichkeiten des digitalen Vertriebs hinsichtlich Automatisierung und Individualisierung voll aus?
  • Ist die Website für mobile Endgeräte optimiert und so für alle Kunden zu jeder Zeit in jeder Situation erreichbar?

Sie haben keine Website? Selbstverständlich können Sie analog für jeden digitalen Vertriebskanal vorgehen - zum Beispiel für Ihre Facebook-Präsenz oder Ihren LinkedIn-Account. Wenn Sie bisher überhaupt keine digitalen Vertriebskanäle nutzen, ist der Aufbau solcher Kanäle selbst das zentrale Werkzeug, um die Umsätze des Unternehmens zu steigern.

Optimieren Sie die Preisstrategie

Wenn Sie ein herausragendes Produkt mit einem großen Alleinstellungsmerkmal haben, dann ist es vielleicht möglich, die Preise für Ihr Produkt zu erhöhen. Eine solche Preissteigerung betrifft viele einzelne Transaktionen im Unternehmen. Bereits geringe Steigerungen entfalten so eine große Wirkung.

Beschaffen Sie sich ein Darlehen

Darlehen sind eine weitere Möglichkeit, die Liquidität Ihres Unternehmens zu erhöhen. Das grundsätzliche Problem: Um ein Darlehen von einer Bank oder einer anderen Institution zu erhalten, muss die Bank das Unternehmen als gut aufgestellt wahrnehmen. Dies bedeutet, dass Finanzinformationen über Ihr Unternehmen so genau und aktuell wie möglich dargestellt werden.

Mit Agicap erstellen Sie die Cashflow-Prognose mit nur zwei Klicks. Sie benötigen nur die Unterlagen Ihres Wirtschaftsprüfers oder die neusten Kontoauszüge. Einfacher geht es nicht! Ein Expertenteam steht Ihnen innerhalb und nach dem Onboarding-Prozess zur Verfügung.

Lassen Sie sich schneller bezahlen

Ermitteln Sie zunächst genau, welche Zahlungsbedingungen ihre Kunden genießen und wie Sie Zahlungen empfangen. In den Markt der Zahlungsdienstleister ist durch die Liberalisierung im Bankensektor in den letzten Jahren viel Bewegung gekommen. Für viele Branchen gibt es heute attraktive Angebote als noch vor einigen Jahren. So senken Sie die Transaktionskosten und erhöhen Ihre Liquidität.

Auch durch die Optimierung Rechnungsstellung können Sie Ihren Cashflow erhöhen. Räumen Sie Kunden zum Beispiel einen Skonto ein, wenn diese sofort bezahlen. So schaffen Sie einen positiven Anreiz für Ihre Kunden, anstatt die Konditionen zu verschlechtern. Den Umgang mit Zahlungserinnerungen und eventuellen Inkassoverfahren sollten Sie ebenfalls überprüfen. Sind Sie hier nachlässig oder agieren ineffizient, wirkt sich das negativ auf Ihren Cashflow aus.

Altes oder unbewegliches Inventar verkaufen

Wenn Sie kurzfristig liquide werden müssen, ist auch der Verkauf von Vermögenswerten eine Option - zum Beispiel veraltetes Inventar oder sich schlecht verkaufendes Inventar. Durch regelmäßige Bestandsaufnahmen Ihres Inventars identifizieren Sie schnell die Produkte, die besonders lange im Lager Stellplätze blockieren, bevor Sie verkauft werden.

So verbessern Sie den Cashflow: Reduzieren Sie Ihre Mittelabflüsse

Die Ausgaben sind die zweite zentrale Stellschraube, an der Unternehmen drehen können, um den Cashflow zu verbessern. Die Mittelabflüsse in einem Unternehmen sind vielfältig. Wie auch bei den Mittelzuflüssen steht bei den Mittelabflüssen daher ebenfalls die Bestandsaufnahme am Anfang:

  • Wo entstehen Kosten?
  • Kann ich die Vorteile dieser Kostenstelle zu geringeren Kosten beziehen?
  • Soll ich diese Kosten stoppen?
  • Kann ich für diese Ausgaben einen besseren Preis aushandeln?

Bezahlen Sie Ihre Lieferanten nicht zu früh

Wie es für Sie wichtig ist, dass offene Rechnungen von Ihren Kunden möglichst schnell beglichen werden, sollten Sie als Kund:in versuchen, das Zahlungsziel zu optimieren. Dabei geht es nicht darum, jedes Zahlungsziel maximal auszureizen. Aber häufig gibt es besonders günstige Zeitpunkte für die Zahlung, die Ihren gesamten Cashflow verbessern.

Säumnisgebühren sollten Sie natürlich in jedem Fall vermeiden - sie wirken sich direkt negativ auf Ihre Liquidität aus.

Wenn Sie elektronisch bezahlen, können Sie mit der Zahlung bis zum Morgen des Tages warten, an dem eine Rechnung fällig ist. Sie können auch eine Geschäftskreditkarte verwenden. Hier profitieren Sie häufig von einem großzügigen Zahlungsziel von bis zu 60 Tagen. Das verschafft Ihnen merkbare Spielräume im Alltagsgeschäft.

Neue Konditionen mit den Stammlieferanten verhandeln

Gute Beziehungen zu Ihren Lieferanten sind wichtig. Im Einkauf liegt schließlich der Gewinn. Machen Sie sich bewusst, wie Sie Ihre Beziehungen zu Ihren Lieferanten nutzen können, um Ihren Cashflow zu verbessern. Versuchen Sie die Bedingungen Ihrer Kooperation neu auszuhandeln - zum Beispiel hinsichtlich der Häufigkeit der Lieferung oder hinsichtlich der Zahlungsmodalitäten.

Wettbewerber Ihrer Lieferanten kontaktieren

Auch bei guten Beziehungen zu Ihren Stammlieferanten sollten Sie keine falsche Loyalität an den Tag legen. Wenn es um die Liquidität Ihres Unternehmens geht, sollten Sie alle Möglichkeiten unvoreingenommen in Betracht ziehen. Dazu gehört auch, gezielt Mitbewerber Ihrer Lieferanten zu kontaktieren, um in Zukunft möglicherweise bessere Konditionen zu erhalten. Es mag Ihren historischen Lieferanten grausam erscheinen, aber alle Einsparungen sind gut, insbesondere in schwierigen Zeiten, in denen Ihr Cashflow knapp ist.

Staffelung oder Verzögerung der Zahlung an Ihre Gläubiger

Wenn Sie ausstehende Forderungen bei Gläubigern haben, lohnt es sich, über eine Staffelung oder zeitweise Stundung der Zahlung zu verhandeln. Auch Ihr Gläubiger hat gezwungenermaßen ein Interesse daran, sich mit Ihnen zu einigen. Schließlich ist niemandem geholfen, wenn Sie überhaupt nicht zahlen können.

Wenn Sie nach Möglichkeiten suchen, den Cashflow Ihres Unternehmens zu verbessern, können Sie entweder auf Ihre Einnahmen oder auf Ihre Zahlungen reagieren. Wir empfehlen Ihnen natürlich, sowohl auf Ihre Mittelzuflüsse als auch auf Ihre Mittelabflüsse zu reagieren, um so viel Geld wie möglich freizusetzen. Agicap hilft Ihnen dabei, verschiedene Liquiditätsszenarien durchzuspielen und so die möglichen Auswirkungen Ihrer Entscheidungen abzuschätzen. So treffen Sie datenbasierte Entscheidungen und schaffen Vertrauen in die Liquiditätsplanung Ihres Unternehmens!

Verbesserung des Cashflows: Rückgriff auf Finanzierung

Die dritte große Säule der Verbesserung Ihrer Liquidität ist die Finanzierung durch Banken und andere Institutionen. Neben klassischen Krediten gibt es daneben noch weitere Modelle, mit denen Sie die Liquidität im Unternehmen erhöhen können.

Barkredit von der Bank

Bei einem kurzfristigen Kredit gibt Ihnen ein Kreditgeber einen bestimmten Betrag, der in regelmäßigen Raten über einen kurzen Zeitraum zurückgezahlt wird. So können Sie kurz- und mittelfristige Liquiditätsengpässe überwinden - zum Beispiel, wenn unerwartet Kunden weggebrochen sind. Ein Kredit ist nur dann sinnvoll, wenn Ihr Unternehmen grundsätzlich auf gesunden Füßen steht. Dann ist ein Kredit nicht nur ein Mittel, um den Cashflow zu verbessern, sondern auch eine Ressource, langfristig den Unternehmenserfolg durch gezieltes Wachstum zu sichern. Banken verlangen außerdem genau diesen Nachweis. Eine seriöse Liquiditätsplanung, die nachweist, dass sie prinzipiell profitabel wirtschaften und sich selbst tragen können, ist daher Pflicht, wenn Sie Kredite in Anspruch nehmen wollen.

Autorisierte Überziehungsfazilität

Was der Dispositionskredit für Privatpersonen ist, ist der Überziehungskredit für Unternehmen. Durch ihn steigern Sie Ihren Cashflow dauerhaft um einen festen Betrag, den Ihnen die Bank als Kreditlinie einräumt. Dafür nimmt sie Zinsen. Diese liegen meisten signifikant über herkömmlichen Krediten. Dafür steht Ihnen konstant ein fester Betrag zur Verfügung, der sich entsprechend dauerhaft auf Ihre Liquidität auswirkt.

Langzeitmiete / Leasing

Da das Leasen von Verbrauchsmaterialien, Ausrüstung und Immobilien in der Regel teurer ist als der Kauf, mag dies für jemanden, der nur auf das Endergebnis oder Ihr Einkommen nach Abzug der Ausgaben achtet, kontraintuitiv erscheinen. Was für Privatpersonen gilt, ist für Unternehmen aber nicht korrekt. Denn während Verbraucher beim Ratenkauf Konsumschulden machen, ist das bei einem Unternehmen anders. Sie können geleaste Anlagen produktiv nutzen, um langfristig Gewinn zu machen.

Leasing kommt also immer dann infrage, wenn Sie entweder nicht genug Mittel haben, um eine Anschaffung sofort zu bezahlen, oder einen gesunden Cashflow behalten wollen. Dann lohnt sich möglicherweise auch der Aufpreis gegenüber dem direkten Kauf. Auch steuerlich sind Leasingmodelle oft interessant: denn statt eine Anschaffung abzuschreiben, können sie Kosten dann steuerlich geltend machen, wenn sie real anfallen.

Factoring

Beim Factoring treten Sie offene Forderungen an ein anderes Unternehmen ab und erhalten sofort Ihr Geld abzüglich einer Gebühr. So verbessern Sie schnell Ihre Liquidität und erzielen ein besseres Rating bei Banken. Langfristig sollten sie aber eher über eine Verkürzung des Zahlungsziels für Ihre Kunden nachdenken. Auch wenn Factoring kurzfristig Ihre Liquidität erhöht, geht die Abtretung von Forderungen gegen Gebühr zulasten Ihres Gewinns.

Liquidität erhöhen mit alternativen Finanzierungsmodellen

Wenn die Mittelzuflüsse und die Mittelabflüsse optimiert sind und klassische Finanzierungsformen ausgeschöpft sind, bleiben noch alternative Finanzierungen wie das Crowdfunding. Sie sind unabhängig von Banken und Ihren Kriterien. Ob Sie mit Ihrem Finanzierungsanliegen erfolgreich sind, hängt also nicht von Ihrer Liquidität ab.

Crowdfunding

Das Crowdfunding ist in den letzten 10 Jahren sehr populär geworden - insbesondere bei jungen Unternehmen, die ein innovatives Produkt vermarkten wollen. Aber grundsätzlich ist Crowdfunding für alle Unternehmen ein mögliches Finanzierungsmodell für neue Produkte oder die Erweiterung von bestehenden Produkten. Crowdfunding hat zudem viele weitere Vorteile. So haben Sie die Möglichkeit, bereits in der frühen Phase Ihres Geschäfts enthusiastische Kunden zu gewinnen, die mit Ihrem Feedback helfen, das Produkt in den nächsten Iterationen zu verbessern. Crowdfunding ist auch eine Möglichkeit zu testen, wie groß überhaupt das Interesse an einem Produkt ist.

Allerdings hat Crowdfunding auch einen entscheidenden Nachteil. Der Erfolg einer Crowdfunding-Kampagne ist kaum planbar und die meisten Kampagnen scheitern. Beim erfolgreichen Crowdfunding geht es darum, ein Momentum zu erzeugen, dass sich nicht am Reißbrett planen lässt. Zudem funktioniert Crowdfunding nicht in jeder Branche gleich gut. Es hat sich vor allem in der Kultur-, Unterhaltungs- und Technologiebranche etabliert.

LoveMoney

LoveMoney ist weniger ein echtes Finanzierungsmodell als ein letzter Ausweg. Bei LoveMoney fragen Sie nahestehende Menschen nach Geld. Sie erhalten dafür keine Gegenleistung, sondern tun das aus - Liebe. Diese Finanzierung ist nicht nachhaltig und auch nicht für jede:n Unternehmer:in umsetzbar, denn nicht jede:r hat Verwandte oder Freunde mit den nötigen finanziellen Ressourcen. Sie ist daher höchstens dann eine Option, wenn es darum geht, das Unternehmen vor unmittelbar drohender Zahlungsunfähigkeit zu retten.

Verbesserung des Cashflows durch öffentliche Finanzierungen

Die letzte der fünf Stellschrauben, um den Cashflow im Unternehmen zu erhöhen und es auf eine sicherere finanzielle Basis zu stellen, ist die Inanspruchnahme öffentlicher Förderungen. Das Wissen um die Förderungen ist in vielen Unternehmen nicht weit verbreitet. Oft fehlen auch die Ressourcen, um die entsprechenden Anträge zu stellen.

Abhängig vom konkreten Programm lohnt sich die öffentliche Finanzierung aber enorm. Manche Finanzierungen erhalten Sie in Form von nicht rückzahlbaren Zuschüssen. Wenn es um Darlehen geht, kommen diese meistens mit attraktiven Konditionen, die immer besser sind als ein vergleichbarer Bankkredit.

Grundsätzlich gibt es drei Ebenen der öffentlichen Förderung, die Sie als Unternehmen mit Sitz in der EU ausschöpfen können:

Welche Programme infrage kommen, ist abhängig von Ihrer Situation, Ihrer Größe und Ihrer Branche. Insbesondere für die EU-Förderprogramme gibt es aber viele Beratungsstellen, die Unternehmen über die Möglichkeiten Informieren und bei der Antragstellung unterstützen. Beachten Sie, dass Sie aus jeder Ebene nur maximal eine Förderung in Anspruch nehmen können.

Fazit: Cashflow verbessern - so klappt es mit der Liquidität

Ich hoffe, Sie wissen nun, wie Sie den Cashflow im Unternehmen kurz-, mittel- und langfristig verbessern können. Der Cashflow setzt sich aus zwei Elementen zusammen: den Mittelzuflüssen und den Mittelabflüssen. Damit sind dies die zentralen Stellschrauben, um den Cashflow zu verbessern. Genügt das nicht, sind externe Finanzierungen ein weiter Weg zu einer höheren Liquidität. Neben Banken, Factoring-Unternehmen und Leasinganbietern sind hier auch Crowdfunding oder öffentliche Finanzierungen lohnende Wege, die verfügbaren Mittel zu erhöhen.

All dies setzt eine systematische Liquiditätsplanung voraus. Einerseits damit Sie wissen, wo Optimierungspotenziale liegen, andererseits um gegenüber Finanzierungsgebern nachzuweisen, dass sie ein gesundes Unternehmen führen. Dabei hilft Ihnen Agicap.

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